DAX ®12.222,39+0,57%TecDAX ®2.802,80-0,37%Dow Jones26.559,54+0,42%NASDAQ 1007.689,71+0,12%
finanztreff.de

Wochen-Tops und -Flops: Zwischen +30% und –64% alles dabei

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Positive Konjunktursignale und gute Zahlen von US-Banken sorgten am deutschen Aktienmarkt zuletzt wieder für steigende Kurse. Der Dax +0,57% kletterte zeitweise auf 12.031 Punkte, was ein neues Hoch seit Oktober bedeutete. Zum Schluss behauptete der Dax am Freitag einen Kurszuwachs von 0,5 Prozent und schloss haarscharf unter 12.000 Punkten.

Dank des dritten Gewinntags in Folge dämmte der Leitindex sein Wochenminus letztlich auf 0,1 Prozent ein. Der Index der mittelgroßen Werte MDax +0,23% verabschiedete sich am Freitag bei 25.461 Punkten, was einem Wochenverlust von 0,3 Prozent entspricht.

Insgesamt hielten sich die Gewinner und Verlierer in der abgelaufenen Woche in etwa die Waage. Die positiv wie negativ herausragenden unter den 102 im HDax zusammengefassten Aktien werden im folgenden genannt. Abseits von Dax, MDax und SDax gab es indes größere Bewegungen.

Die Gewinner der Woche

Die Aktien von Fluggesellschaften profitierten von der Verschiebung des Austritts Großbritanniens aus der EU. "Mit Blick auf die europäischen Kurzstrecken sorgt das zumindest vorübergehend für etwas Entspannung", sagte ein Händler kürzlich. Denn trotz all ihrer Vorbereitungen auf den Brexit seien die Risiken vor allem im Falle eines ungeordneten Austritts hoch gewesen. Im Dax profitierten Lufthansa +0,58% mit einem Wochenplus von 4,9 Prozent und standen damit an der Spitze der 30 deutschen Standardwerte.

Auf Platz 2 folgt mit plus 4,3 Prozent der Spezialchemiekonzern Covestro -0,41%. Das Unternehmen hatte seine Jahresprognosen auf der Hauptversammlung bestätigt. Laut Händlern hob dies die Stimmung, weil die Marktwartungen für die kommenden Quartale nach wie vor niedrig seien.

Auch andere Chemiewerte wie BASF -0,45% legten zu, die Ludwigshafener schafften in den vergangenen fünf Börsentagen 3,4 Prozent.

Im MDax legten die Aktien der Kion Group +0,32% um insgesamt 10,3 Prozent zu und waren damit der erfolgreichste aller 102 HDax-Werte. Die Papiere setzten ihre Kursrallye fort und stiegen am Freitag auf den höchsten Stand seit Ende August. Allein im April summierten sich die Gewinne bislang auf fast 30 Prozent. Analyst Sven Weier von der Investmentbank UBS zählt Kion zu seinen frühzyklischen Favoriten.

Auch Dialog Semiconductor -0,62% konnten sich mit einem Kursaufschlag von 6,7 Prozent in der vergangenen Woche sehen lassen. Nach positiven Analystenstimmen kletterte die Aktie des Halbleiterherstellers auf den höchsten Stand seit November 2017. Dialog Semi konnte etwas früher als erwartet der Teilverkauf des Zuliefergeschäfts mit Stromsteuerungschips an Apple verkünden.

Im Nebenwerte-Index SDax -0,06% führt Dr. Hönle -4,09% mit einem Plus von 8,7 Prozent die Wochenbilanz an. Die Aktie des UV-Technologie-Anbieters konnte sich charttechnisch verbessern. Börsenexperte Hans A. Bernecker schrieb in einem Börsenbrief sogar von der "absolut interessantesten charttechnischen Ausgangslage".

Beste deutsche Aktie im umfassenden CDax war in der abgelaufenen Woche mit einem Plus von 30 Prozent Gerry Weber -7,833%. Der schwer angeschlagene Modehersteller schließt in Deutschland 120 Geschäfte und baut 454 Stellen ab. Die Neupositionierung werde Ende 2021 abgeschlossen sein. Das ließ den Kurs des Pennystocks von 33 Cent auf zuletzt 52 Cent explodieren.

Die Verlierer der Woche

Größter Loser unter allen deutschen Aktien war in den vergangenen fünf Börsentagen die Aktie von Senvion +7,14% mit einem Verlust von 63,4 Prozent. Der Windanlagenbauer hat am Dienstag Insolvenzantrag gestellt. Und das, obwohl sich die Aussichten für die Branche zuletzt aufgehellt hatten und die Hersteller nach einer Flaute in den vergangenen zwei Jahren wieder volle Auftragsbücher präsentieren - etwa bei Konkurrent Nordex -3,64%. Das Drama bei Senvion hatte sich jedoch bereits in den letzten Monaten angedeutet. Lieferverzögerungen, Prognosesenkung, die Verschiebung des Jahresabschlusses sowie Gespräche mit Investoren und Kreditgebern über die weitere Finanzierung lieferten den Stoff für das Drehbuch.

Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax waren mit einem Wochenminus von 10,0 Prozent die Papiere von Shop Apotheke -0,85%. Der Online-Medikamenten-Händler hatte am Mittwoch zwei Kapitalmaßnahmen angekündigt, die die Anleger vergraulten. Mit dem neuen Geld will der Online-Medikamentenhändler die Chancen des elektronischen Rezepts ausnutzen, einen Online-Marktplatz implementieren und das Produktsortiment erweitern. Ein niedriger Platzierungspreis für neue Aktien wurde am Markt aber als Belastung angesehen.

Im MDax waren Telefonica Deutschland +0,94% mit einem Wochenminus von 7,1 Prozent Schlusslicht. Bei der Versteigerung von 5G-Mobilfunk-Frequenzen in Deutschland, die nur schleppend angelaufen war, trieben die Interessenten die Preise immer weiter nach oben. Kritiker monieren, dadurch fehle den Firmen anschließend das Geld, das sie zum Netzausbau bräuchten. Telefonica-Papiere litten am stärksten, weil es Befürchtungen gibt, dass die Dividende reduziert werden könnte. Die Aktie hangelt sich von Rekordtief zu Rekordtief.

Die Titel des neuen 5G-Bieters 1&1 Drillisch +0,85% wurden ebenfalls von der teuren Versteigerung gedrückt und verloren im MDax 4,3 Prozent.

Für Siltronic -2,31% ging es 6,7 Prozent bergab. Der Waferhersteller hatte eine Gewinnwarnung herausgegeben, außerdem äußerten sich dann zahlreiche Analysten negativer zur Siltronic-Zukunft.

Ein weiterer Verlierer im Index mittelgroßer Werte waren in der abgelaufenen Woche die 6,2 Prozent schwächeren Papiere des Biotech-Unternehmens Evotec -0,68%. Einer der Gründe für den Rückfall des vorherigen Gipfelstürmers: Die Deutsche Bank hatte Evotec abgestuft.

Im Dax waren die Papiere von Merck KGaA -1,10% mit minus 4,9 Prozent größter Wochen-Flop. Mehrere skeptische Analystenstimmen drückten hier aufs Anlegergemüt. Außerdem hatten sich das Management des Pharma- und Chemiekonzerns und des US-Halbleiter-Zulieferers Versum auf die Übernahme durch die Deutschen geeinigt. Anleger machten daraufhin erneut Kasse.

Die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard -2,62% – in den vergangenen Wochen immer wieder unter den größten Gewinnern oder Verlierern zu finden – hielt sich mit einem Wochenminus von 0,5 Prozent diesmal im Mittelfeld der Dax-Werte. Das Papier schwankte dabei nur wenig zwischen etwa 109 und 111 Euro. Das könnte sich nach Ostern ändern. Denn in der Nacht zum handelsfreien Karfreitag endet das Leerverkaufsverbot der BaFin.

(mmr mit Material von dpa-AFX)

Schlagworte:
, , , , , , , , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Werbung

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclubschliessen
Börse Stuttgart

Wir machen Sie fit für die Börse!

Aktuelle Nachrichten, umfangreiche
Hintergrundinformationen und essentielles
Finanzwissen rund um das Thema Börse.

Jetzt kostenfrei zum Anlegerclub anmelden.
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 17 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen