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Wochenausblick: Bei Dax und MDax wird es heiß hergehen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die USA und China haben sich am Samstag auf einen "Waffenstillstand" in ihrem Handelskrieg und die Wiederaufnahme von Verhandlungen geeinigt. "Wir sind wieder auf dem richtigen Weg", sagte US-Präsident Donald Trump nach einem 80-minütigen Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des Gipfels der großen Wirtschaftsnationen (G20) in Osaka in Japan. 

Auch hob der Trump die Blockade gegen den chinesischen Telekom-Riesen Huawei zunächst wieder auf. "Ich habe zugestimmt, dass der Verkauf von Produkten weiter erlaubt wird." Beide Aspekte dürften an den Börsen zum Wochenstart sehr freundlich aufgenommen werden. Nach einem überaus freundlichen ersten Halbjahr (siehe Top-Flop-Bilanz) wird wohl auch die zweite Jahreshälfte zumindest freundlich starten. 

Zuletzt hatte der Handelsstreit zwischen China und den USA die Finanzmärkte gebremst. Der Dax +0,29% kam trotz der Aussicht auf weiter billiges Geld der Notenbanken zuletzt nur schleppend voran. Immerhin hatte es der deutsche Leitindex erst in der vergangenen Woche auf ein Jahreshoch bei 12.438 Punkte geschafft. 

Dax dürfte richtig anziehen

Das dürfte nun schnell überwunden werden. Aus Sicht von Index-Radar-Chartexperte Andreas Büchler ist zumindest ein Anstieg auf 12.600 bis 12.900 Dax-Punkte wahrscheinlich. Erst danach dürfte die Luft dünner werden, "insbesondere vor dem Hintergrund der nun bevorstehenden statistisch schwachen Sommermonate", schätzt er. 

Positive Aussichten sieht auch Marktexperte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Der Rückstau an Investitionen in den Unternehmen, der aufgrund der latenten Unsicherheit entstanden ist, könnte sich auf einmal auflösen", schrieb er. "Ist die Unterschrift unter einem Handelsabkommen zwischen den USA und China erst einmal trocken, könnte sich der Deutsche Aktienindex in den kommenden Monaten über ein neues Allzeithoch gar in Richtung 14.000 Punkte aufmachen." Doch noch gibt es kein Abkommen, sondern nur ein Stillhalten. 

Kommen Autozölle für die EU?

Allein, auch der positive Ausgang des G20-Gipfels könnte negative Entwicklungen mit sich bringen - vor allem für den Euro, wie Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen zu bedenken gab. Die US-Regierung könnte sich in nun gestärkter Position als nächstes die EU vorknöpfen wird. Stichwort: Autozölle.  

Entsprechend könnten sich der Analystin zufolge Spekulationen verdichten, dass die EZB genötigt sein wird, stärkere Maßnahmen zu ergreifen, was wiederum zu weiterer Euro-Schwäche führen würde. Allerdings ist der Werkzeugkasten der EZB nach Ansicht vieler Beobachter bald aufgebraucht. Aus dieser Perspektive ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinssenkungen wiederum gering - was dem Euro Schub geben dürfte. Bei der Commerzbank rechnet man eher noch mit diesem Szenario.

Auch die geldpolitische Zukunft Europas könnte an diesem Wochenende in hohen Kreisen zur Sprache kommen - und zwar am Sonntag in Brüssel. Dort steht eine außerordentliche Sitzung im EU-Rat an, bei der es um die Neubesetzung wichtiger Posten wie den EU-Kommissionsvorsitz, den EU-Parlamentsvorsitz und den EZB-Vorsitz gehen soll. Experten schreiben Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann durchaus einige Chancen zu, die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi anzutreten. 

Opec tagt

Ein weiteres wichtiges Treffen gilt es am Montag in Wien zu beachten. Hier wird das Ölkartell Opec und die mit ihm kooperierenden Staaten über die Zukunft auf dem Ölmarkt bestimmen. Nach Einschätzung von Analysten wird das Kartell auch im zweiten Halbjahr 2019 mit Produktionslimits agieren. Diese waren im Dezember nach langen Verhandlungen beschlossen worden, was dem Ölpreis einen deutlichen Anstieg bescherte: Der Korbpreis für das Barrel (159 Liter) hat sich seit Jahresbeginn etwa um ein Viertel verteuert. Die Opec berechnet diesen auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells. 

Neben den drei großen Treffen richten Marktbeobachter ihre Augen in den kommenden Tagen auf weitere Daten aus der Konjunktur. So werden am Montag die Arbeitslosenzahlen in Deutschland für den Monat Juni veröffentlicht, und für die Eurozone gibt es hierzu neue Daten aus dem Monat Mai. Bei der Investmentbank RBC Capital Markets rechnet man in der Währungsunion mit einem unveränderten Stand von 7,6 Prozent.

Am gleichen Tag veröffentlicht die EZB ihren neuen Monatsbericht. Am Donnerstag wird sich zudem zeigen, wie sich der Einzelhandel in der Eurozone im Mai entwickelt hat. Im April gab es hier im Vormonatsvergleich einen Rückgang von 0,4 Prozent - dabei wurden vor allem weniger Bekleidung und Schuhe gekauft. Der Versand- und Internethandel hatte dagegen deutlich zugelegt. Am Freitag kommen dazu noch Zahlen zum Auftragseingang der deutschen Industrie im Mai.

Auf Unternehmensseite richtet sich die Aufmerksamkeit dieses Mal auf frische Zahlen von Grenke -0,50%. Am Mittwoch gibt sich zudem der Autobauer BMW +1,15% auf einem Kapitalmarkttag in China die Ehre.

Mit Material von dpa-AFX

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DAX ®
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PKT +39,68
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Tops Kurs %
E.ON 11,38 +2,50%
LINDE PLC EO 0,001 208,60 +1,71%
DAIMLER 43,68 +1,42%
CONTINENTAL 112,36 +1,41%
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