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Wochenausblick: Das lässt hoffen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Was in den vergangenen Jahren gewirkt hat, entfaltet auch dieses Mal seine Magie: Das Billiggeld der Notenbanken. Allein die Aussicht darauf treibt die Kurse an den Börsen wieder in die Höhe. Eigentlich scheint der Weg nach oben für den Aktienmarkt nach seinem jüngsten Sprung auf ein Jahreshoch frei. Störfeuer drohen aber durch den sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie durch den weiter schwelenden US-chinesischen Handelsstreit. Hier ruhen die Hoffnungen nun auf dem anstehenden G20-Gipfel in Japan.

Dem Dax +0,22% gelang seit dem Zwischentief Anfang Juni ein stattliches Plus von in der Spitze mehr als sieben Prozent auf ein neues Verlaufs-Jahreshoch von 12.438 Punkten. Mit dem Ausbruch über den jüngsten, kurzfristigen Abwärtstrend habe der deutsche Leitindex die Negativ-Tendenz der letzten Wochen hinter sich gelassen, erklärte Marktexperte Andreas Büchler von Index-Radar.

Lockere Geldpolitik wird fortgesetzt

Grund der Euphorie der Anleger: Mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed signalisierten gleich zwei der wichtigsten Notenbanken, dass sie ihre Geldschleusen bald wieder öffnen dürften. So stellte EZB-Präsident Mario Draghi eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik in Aussicht, sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht verbessern. Und auch die US-Notenbank Fed zeigte sich bereit, der Wirtschaft bei Bedarf mit niedrigeren Zinsen unter die Arme zu greifen. Anleiherenditen gerieten daraufhin stark unter Druck, das leidige Thema "Anlagenotstand" kochte wieder stärker hoch. Ein Umfeld, in dem Aktien tendenziell attraktiver werden.

Vor diesem Hintergrund ging es in den vergangenen Tagen für den Dax teils kräftig nach oben. An der Wall Street schaffte es der marktbreite S&P 500 -0,01% sogar auf ein neues Rekordhoch. Ob die von der Fed befürchteten Risiken eintreten und die Zinssenkungen Realität würden, hänge wohl aber nicht zuletzt vom Handelsstreit ab, erklärte Analyst Patrick Franke von der Landesbank Helaba.

Handelsstreit USA vs. China belastet

Dieser Konflikt schwelt ungelöst weiter. Noch im Mai hatte die Furcht vor einer endgültigen Eskalation des Zolldisputs und den negativen Folgen für die Wirtschaft die Weltbörsen kräftig nach unten gedrückt. Viel davon zu spüren ist nicht mehr. Alle Welt schaut bereits auf den G20-Gipfel Ende der neuen Woche in Japan. Dann ist ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping geplant. Ob sich beide Seiten annähern, steht in den Sternen.

Der Fortgang des Handelsstreits ist auch für die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft zentral. Wie es um die Stimmung hierzulande steht, wird gleich zum Start der neuen Woche das Ifo-Geschäftsklima für den Juni zeigen. Im Mai hatte sich das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer deutlich eingetrübt. Im weiteren Wochenverlauf stehen dann auch noch Stimmungsdaten aus dem Euroraum und den USA an, sowie Daten zur Entwicklung der US-Industrie. Auch auf die Verbraucherpreise werden Investoren angesichts der von den Notenbanken in Aussicht gestellten Zinssenkungen genau achten.

Die dadurch ausgelöste Zinssenkungsfantasie dürfte laut dem Marktstrategen Andreas Hürkamp von der Commerzbank die Aktienmärkte stützen. Allerdings dürften viele Unternehmen angesichts der unerwartet schwachen Weltkonjunktur demnächst ihre Gewinnprognosen senken, warnt der Experte kurz vor Beginn der Berichtssaison zum zweiten Quartal. In diesem Umfeld "dürfte sich der Dax in den kommenden Monaten unter größeren Schwankungen seitwärts bewegen."

Iran-Konflikt wird zum Cyber-War

Abgesehen von den Risiken durch die zahlreichen Handelskonflikte gibt es weitere potenzielle Störfeuer, die viele Anleger laut Einschätzung von Experten zuletzt aber eher ausblendeten - etwa mit Blick auf den Brexit sowie insbesondere die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Dabei zeigte sich vor dem Wochenende, wie schnell die Lage in Nahost eskalieren kann: US-Präsident Trump soll der New York Times zufolge zuvor von ihm gebilligte Luftschläge gegen den Iran in letzter Minute gestoppt haben.

Trump hat am Wochenende nun neue Iran-Sanktionen angekündigt. "We are putting major additional Sanctions on Iran on Monday. I look forward to the day that Sanctions come off Iran, and they become a productive and prosperous nation again", schrieb Trump auf Twitter. "The sooner the better!", ergänzte der US-Präsident.

Details zu den geplanten Sanktionen wurden zunächst nicht genannt. Mehrere Medien berichteten allerdings, dass die USA Cyberangriffe auf iranische Raketenkontroll-Systeme durchgeführt habe. Einer der Angriffe galt demnach iranischen Computern, mit denen Starts von Raketen und Lenkwaffen überwacht werden, schrieb The Guardian. Die US-Cyberangriffe hätten zudem ein Spionagenetzwerk getroffen, das Schiffe in der Straße von Hormus beobachtete.

Index-Änderungen und großer Börsengang

Auf der Unternehmensseite gibt es am Montag einige Veränderungen in den Indizes hinter dem Dax. So steigt Wacker Chemie -0,09% aus dem Index der mittelgroßen Werte MDax +0,20% ab. Nachrücker ist der Leasingspezialist Grenke +0,46%. Im Kleinwerteindex SDax +0,16% müssen Vossloh +0,27% und Hapag Lloyd ±0,00% ihre Plätze für Eckert & Ziegler -1,17% und DMG Mori ±0,00% räumen.

Zum Wochenstart hat zudem die Lufthansa -1,23% die Möglichkeit, ihre Aktionäre im Rahmen eines Kapitalmarkttages wieder etwas versöhnlicher zu stimmen. Deren Vertrauen hatte jüngst unter einer Gewinnwarnung gelitten, und nun droht auch noch ein Streik der Flugbegleiter der Gewerkschaft Ufo. Am Freitag richten sich die Blicke dann auf den geplanten Börsengang der Volkswagen +0,23%-Lkw-Tochter Traton -0,89%. Die Papiere werden zu einem Stückpreis zwischen 27 Euro und 33 Euro zur Zeichnung angeboten.

Interessant werden könnte auch die Entwicklung bei Immobilien-Aktien. In der Diskussion um vielerorts rasant steigende Mieten hat sich das Unternehmen Deutsche Wohnen +0,06% für einen eigenen Weg entschieden: Ab 1. Juli würden künftige Mieterhöhungen so begrenzt, dass ein Haushalt maximal 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Nettokaltmiete aufwenden müsse, kündigte das Unternehmen - einer der größten deutschen Immobilienkonzerne - am Samstag auf seiner Internetseite an. Immo-Aktien hatten zuletzt unter der Entscheidung eines Mietdeckels in Berlin ordentlich an Terrain eingebüßt.

Mit Material von dpa-AFX

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