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Wochenausblick: DAX wird leiden – aber keine Panik

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die erneute Eskalation im Handelstreit zwischen den USA und China dürfte zumindest den Start der neuen Börsenwoche negativ beeinflussen. Am Freitag überboten sich die Streithähne mit neuen Strafzöllen. Auf Trumps bislang letzter Reaktion mit einer Erhöhung bisheriger Strafzölle um fünf Prozentpunkte, antwortete China wiederum mit der Androhung weiterer Konsequenzen.

Washington sollte die Entschlossenheit des chinesischen Volkes nicht unterschätzen und den falschen Ansatz sofort korrigieren, "da sonst alle Konsequenzen von den USA getragen werden", hieß es in einer Mitteilung des Pekinger Handelsministeriums am Samstag. Weder Trump noch Xi wollen nachgeben.

US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Angaben nicht unter Druck von Verbündeten, den eskalierenden Handelskrieg mit China zu beenden. "Ich denke, dass sie den Handelskrieg respektieren", sagte er am Rande des G7-Gipfels in Biarritz auf eine entsprechende Frage von Reportern. "Die Antwort ist, niemand hat mir das gesagt." Bei einem Arbeitsfrühstück mit dem neuen britischen Premierminister Boris Johnson fügte Trump am Sonntag hinzu, die USA seien in "sehr ernsten Gesprächen" mit China.

Druck vom Gipfel auf Trump?

Die Handelsstreitigkeiten der USA mit China und Europa und die dadurch belastete Weltwirtschaft standen am Sonntag im Mittelpunkt der Beratungen des G7-Gipfels im südwestfranzösischen Badeort. Die G7-Partner drängten den US-Präsidenten, grundsätzlich von Strafzöllen abzusehen, um seine handelspolitischen Ziele zu erreichen.

Mit einem schnellen Ende des Handelskriegs zwischen den USA und dem Reich der Mitte ist angesichts der neuen Zölle erst einmal nicht zu rechnen. Trotz trüber Konjunkturaussichten hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann jedoch vor einer allzu negativen Einschätzung der Lage gewarnt. "Wir sollten weder in Aktionismus noch in Pessimismus verfallen", sagte Weidmann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er sprach zwar von einer konjunkturellen Flaute, aber die deutsche Wirtschaft komme aus einem langen Aufschwung mit Rekordbeschäftigung und stark ausgelasteten Kapazitäten.

Keine Panik

In dem als schwacher Börsenmonat gefürchteten August hat der DAX -0,71% bislang mehr als drei Prozent verloren, sich seit seinem Tief zur Mitte des Monats bei 11.266 Punkten aber wieder berappelt bis auf zeitweise mehr als 11.800 Punkte. Am Freitag schloss der Leitindex auf Xetra bei 11.611 Punkten. Zum Wochenstart dürfte diese Marke unterschritten werden. Eine Panik-Reaktion mit stark fallenden Kursen wird jedoch nicht erwartet.

"Es dürfte interessant sein, wie die Regierungschefs die konjunkturelle Situation einschätzen und wie das Thema Handelsstreit unter den G7-Staaten weiter gesehen wird", so Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank am Freitag. Er schätzt die Finanzmärkte weiterhin als sehr fragil und insgesamt schnell reizbar ein, wenn nicht der richtige Ton getroffen beziehungsweise die Ansprache verfehlt werde.

Italien bleibt im Fokus

Neben den Dauerthemen Handelsstreit und Brexit richten sich die Blicke der Anleger auch in der neuen Woche wieder auf das politisch krisengeschüttelte Italien, wo im Ringen um eine neue Regierung die Parteien zunächst Verhandlungsspielraum bekommen haben. Staatspräsident Sergio Mattarella hat für Dienstag eine neue Runde der Konsultationen angekündigt. Er dringt nach dem Aus der Populisten-Allianz aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega auf eine schnelle Lösung der Regierungskrise. Doch in der Krise deutet nun vieles auf eine Annäherung zwischen der Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten hin

Zuvor, am Montag, steht das Ifo-Geschäftsklima für den August auf der Agenda. Angesichts der zuletzt rückläufigen konjunkturellen Entwicklung der deutschen Wirtschaft verspreche die Veröffentlichung Spannung, schrieben die Ökonomen der DZ Bank. Im Juli hatte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft vor dem Hintergrund des Handelskriegs zwischen China und den USA und einer abflauenden Weltwirtschaft stark eingetrübt.

Ebenfalls unter verstärkter Beobachtung steht nach Einschätzung der DZ Bank die Inflationsrate für den Euroraum (am Freitag) - vor allem auch deswegen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt angekündigt hatte, ihre geldpolitischen Schleusen wieder zu öffnen, so die Experten.

Nachzügler mit Quartalszahlen

Unternehmensseitig rücken in der neuen Woche noch einmal einige Nachzügler der Berichtssaison in den Blick. Mit dem Solarpark- und Windkraftanlagenbetreiber Encavis -0,62%, dem Immobilienkonzern Aroundtown -2,37%, dem Medienkonzern RTL -2,22% (alle am Mittwoch), der Optikerkette Fielmann -1,90% (am Donnerstag) sowie dem Technologiekonzern Isra Vision +0,05% (am Freitag) sind dies alles Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe.

Mit Material von dpa-AFX

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