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Wochenausblick: Deutsche Bank und Wirecard im Fokus

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Durch eine wahre Flut von Quartalszahlen müssen sich Börsianer in der wegen Ostermontag verkürzten neuen Handelswoche kämpfen. Die Qualität der Ergebnisse, vor allem aber die Prognosen der Unternehmen für den Rest des Jahres dürften darüber entscheiden, ob es nach der beeindruckenden Rallye seit Jahresbeginn weiter aufwärts geht.

Vor dem langen Osterwochenende hatten die Optimisten am deutschen Aktienmarkt erneut die Oberhand gehabt. Der Dax +0,85% schloss am Gründonnerstag auf 12.222 Punkten mit einem Wochenplus von 2,4 Prozent. Der MDax +0,36% der mittelgroßen Börsentitel legte ähnlich stark zu. Die Zahl der Gewinner überwog die der Verlierer in der vergangenen Woche.

In der Nach-Ostern-Woche lassen sich mit SAP +1,46%, Bayer +0,12%, Daimler +0,90%, Wirecard +5,43% und der Deutschen Bank +0,99% ab Mittwoch gleich mehrere Dax-Unternehmen in die Bücher schauen.

Bei Wirecard wird es gleich zum Börsenstart am Dienstag spannend. Denn die BaFin hat das Leerverkaufs-Verbot nicht verlängert, somit können Spekulanten in der neuen Woche wieder auf fallende Kurse wetten. Derzeit ist völlig ungewiss, ob sich die Shorties, die an fallenden Kursen profitieren, erneut auf den Zahlungsdienstleister stürzen werden.

Bei der Deutschen Bank dürften Anleger "mehr auf den Ausgang der Fusionsgespräche mit der Commerzbank -0,39% schauen als auf Quartalszahlen", prognostizierte Analyst Philipp Häßler von Pareto Securities. Auf "50 zu 50" beziffert der Experte die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal am Ende zustande kommt.

Zum Wochenschluss dürfte es zudem auf der Hauptversammlung des Agrarchemie- und Pharma-Konzerns Bayer hektisch zugehen. Das Management um Konzernchef Werner Baumann wird Aktionärskritik stellen müssen nach dem Kursverfall seit der Übernahme von Monsanto. Angesichts der Rechtsstreitigkeiten rund um Glyphosat in den USA und damit verbundenen Milliardenrisiken, zweifeln viele am Sinn des Milliardenkaufs.

Noch fulminanter als an den europäischen Börsen wird in der kommenden Woche die Welle der Quartalsberichte in den USA. Dort war der Dow Jones Industrial +0,77% zuletzt bei gut 26.500 Punkten etwas ins Stocken geraten und hatte ein neues Rekordhoch gescheut. Noch.

Investmentstratege Mislav Matejka von JPMorgan rechnet gleichwohl perspektivisch mit neuen historischen Höchstkursen - und begründet dies mit den zu pessimistischen Erwartungen an die Quartalsergebnisse. Noch im Oktober habe der Markt einen Anstieg der Quartalsgewinne aller 500 Unternehmen des S&P 500 +0,64% auf Jahressicht um neun Prozent erwartet. Nunmehr aber rechneten Analysten mit einem Rückgang der Gewinne um zwei Prozent, führte Matejka aus. Das aber sei zu tief gestapelt. "Die weltweiten Aktienmärkte, angeführt von China und dem S&P 500, dürften noch auf deutlich höhere Rekordwerte steigen", ist sich der Experte sicher.

Überraschend starke Wirtschaftsdaten aus China waren zuletzt der Treiber der Dax-Rallye. In der kommenden Woche sind aus dem Reich der Mitte aber kaum noch marktbewegende Konjunktursignale zu erwarten. Stattdessen könnte sich das Interesse am Mittwoch auf den deutschen Ifo-Index für April richten. "Der Tiefpunkt in der Industrie scheint erreicht, zumal sich die Handelsgespräche zwischen den USA und China positiv entwickeln", sagte Volkswirt Stefan Mütze von der Helaba. Das Geschäftsklima dürfte sich folglich etwas aufgehellt haben.

In den USA hat das Wachstum im neuen Jahr dagegen voraussichtlich etwas an Schwung verloren. Das dürften die Wachstumszahlen im ersten Quartal belegen, die zum Ende kommender Woche veröffentlicht werden. Als Gründe für eine schwächere Konjunktur nennt Ökonom Stefan Kipar von der BayernLB den bis Ende Januar dauernden Stillstand der Regierung und den Handelskrieg mit China.

Rückenwind für Aktien dürfte in den kommenden Wochen von ganz anderer Seite wehen: "Die Dividenden-Saison bringt einen neuen Ausschüttungsrekord", sagt Uwe Burkert von der Landesbank Baden-Württemberg. Knapp 40 Milliarden Euro dürften allein die Dax-Konzerne an die Aktionäre verteilen, fast sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Dividenden besserten die Performance erheblich auf: In den vergangenen gut 30 Jahren machten Dividenden knapp ein Drittel der gesamten Dax-Performance aus, so der Volkswirt.

Mit Material von dpa-AFX

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