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Wochenausblick: Trump als Partyschreck – DAX weiter rauf?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die jüngste Freude über mögliche Fortschritte im Handelszwist zwischen den USA und China hat direkt vor dem Wochenende wieder einen Dämpfer bekommen. Denn US-Präsident Donald Trump selbst erwies sich am Freitag-Nachmittag als Spaßbremse: Es gebe keine Einigung, im Rahmen des geplanten Teilabkommens mit China bereits bestehende Strafzölle aufzuheben, sagte Trump.

Damit dämpfte er die Euphorie, die die Aktienmärkte am Vortag noch auf Jahres- oder Rekordhöhen hatte steigen lassen. China sei stärker an einem Abkommen interessiert als die USA, fügte Trump hinzu. Am Donnerstag hatten Äußerungen der chinesischen Seite den Eindruck erweckt, beide Seiten hätten sich darauf verständigt, bestehende Strafzölle bei Fortschritten in den Verhandlungen schrittweise zurückzunehmen.

Die Aktienmärkte nahmen Trumps Aussagen recht gelassen auf. Der DAX +0,47% sackte zwar am Nachmittag ein paar Punkte ab und kam am Freitag auf ein Tagesminus von einem halben Prozent auf 13.228 Punkte. Das bedeutete aber immer noch ein Wochenplus von 2,1 Prozent. Im nachbörslichen Handel kletterte die Indikation wieder auf 13.272 Zähler. Der MDAX +0,44% erreichte ein Wochenplus von 1,6 Prozent. Der Dow Jones +0,80% blieb am Freitag unter seinem tags zuvor erreichten Allzeithoch und verbuchte in der abgelaufenen Woche einen Gewinn von 1,2 Prozent.

Angesichts des zuletzt stark gelaufenen deutschen Aktienmarktes könnten die Anleger in der neuen Woche etwas vorsichtiger werden. Die allgemein positive Stimmung sollte sich aber fortsetzen. – Folgende Faktoren dürften die Aktienkurse in der neuen Woche beeinflussen. 

Drei-Jahres-Chart DAX (in Punkten)


US-Strafzölle auf Autoimporte aus der EU?

In der neuen Woche steht in Washington die Entscheidung darüber an, ob die von den USA seit Monaten angedrohten Strafzölle auf Autoimporte aus der EU tatsächlich erhoben werden. Das würde den Handelskonflikt mit der Europäischen Union (EU) deutlich eskalieren und vor allem deutsche Autohersteller schwer treffen. Ein solcher Schritt ist in den Augen von Marktteilnehmern allerdings recht unwahrscheinlich, zumal sich der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gelassen gibt. Er nannte sich einen "vollinformierten Mann", als er sagte: "Er (der US-Präsident) wird es nicht machen."

Laut Analyst Frank Klumpp von der LBBW zeigt "die Stimmung gegenüber Aktieninvestments trotz der zuletzt kräftig gestiegenen Kurse in Deutschland keine bedenkliche Euphorie und die Positionierung der Anleger dürfte eher von Vorsicht geprägt sein".

Weitere Quartalsberichte

Weiter geht es am deutschen Aktienmarkt außerdem mit der Vorlage von Quartalsberichten. Von den letzten sieben verbliebenen DAX-Konzernen, die ihre Zahlen bekannt geben, werden dies sechs in der neuen Woche tun: Am Dienstag die Deutsche Post -0,04%, Infineon +0,05% und Linde +0,18%, am Donnerstag folgen Henkel +0,49%, Merck +1,26% und RWE -0,35%. Conti +0,50% legt nun sein vollständiges Zahlenwerk vor, nachdem der Autozulieferer bereits am 23. Oktober Eckdaten veröffentlicht hatte.

Zur Quartalsbilanz von Infineon erwartet UBS-Analyst David Mulholland vor allem eine Refokussierung der Anleger auf das Kerngeschäft des Chip-Herstellers. Denn seit Juni, als der US-Branchenkollege Cypress übernommen wurde, habe vor allem letzteres die Investoren beschäftigt.

Der Gasehersteller und Anlagenbauer Linde dürfte nach Ansicht von Baader-Analyst Markus Meyer sein Jahresergebnisziel je Aktie anheben.

Kapitalmarkttag in New York

Zudem laden SAP +0,79% und Daimler -0,10% in New York zum Kapitalmarkttag ein, wobei kurstreibende Nachrichten dieses Mal eher Mangelware sein dürften. SAP hat bereits ein Aktienrückkaufprogramm bekannt gegeben und mit Blick auf Daimler sieht HSBC-Analyst Henning Cosman wegen Arbeitsplatzgarantien in Deutschland allenfalls begrenztes Einsparungspotenzial.

Am Dienstag-Abend hält Wirecard -0,08% in Aschheim bei München einen "Innovation-Day" ab, von dem ebenfalls Einflüsse auf den Aktienkurs ausgehen könnten.

Konjunkturdaten

Abgesehen von zahlreichen weiteren Geschäftsberichten, die auch von Unternehmen aus MDAX +0,44% und SDAX +0,64% veröffentlicht werden, stehen in der neuen Woche noch einige wegweisende Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Hierzulande dürfte vor allem das Bruttoinlandsprodukt am Donnerstag beachtet werden, denn es wird für das abgelaufene dritte Quartal mit einem zweite Rückgang in Folge gerechnet. Per Definition bedeutet dies eine Rezession.

Dennoch sieht LBBW-Analyst Klumpp kein negatives Überraschungspotenzial für die Börse. Das haben die Investoren ihm zufolge bereits auf dem Schirm. Außerdem schienen die Analysten wieder zuversichtlicher, was sich im ZEW-Index für November widerspiegeln sollte, hieß es seitens der Commerzbank.

Dagegen könnten aber laut Klumpp die am selben Tag anstehenden Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion in China Kursreaktionen auslösen. Auch den Einzelhandelsumsätzen aus den USA am Freitag komme besondere Bedeutung zu. Von der Rede des US-Notenbank-Präsidenten Jerome Powell vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongresses am Mittwoch erwartet der LBBW-Experte indes nur wenig Neues rund um die Geldpolitik der USA. (Mit Material von dpa-AFX)

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MERCK 108,00 +1,74%
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