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Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: Geopolitische Risiken lenken ETP-Kapitalströme

| Quelle: ETF Securities | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
  • Bei Rohöl-ETPs kam es zu Abflüssen in Höhe von 39,5 Mio. USD, da Anleger nach dem Anstieg der Rohölpreise um 3,2 Prozent Gewinne mitnahmen.
  • Angesichts des erhöhten politischen Risikos gewann Gold an Attraktivität.
  • ETF-Anleger gingen in Vorwegnahme einer Krise in dieser Woche Short-Positionen in Italien ein.

Bei Long-Rohöl-ETPs (A1N49P) kam es zu Abflüssen in Höhe von 39,5 Mio. USD, da Anleger nach dem Anstieg der Rohölpreise um 3,2 Prozent Gewinne mitnahmen. Der Anstieg auf das Dreieinhalbjahreshoch folgte der Ankündigung der USA, sie würden die Sanktionen gegen den Iran wiedereinführen. Dabei sind die globalen Rohölmärkte infolge der Produktionsausfälle in Venezuela und der Vertragstreue der OPEC-Staaten, die die vereinbarten Förderkürzungen weitgehend einhalten, bereits sehr angespannt. Wir rechnen allerdings damit, dass sich die extraterritorialen Vorschriften der USA nur geringfügig auswirken werden, da die USA kein iranisches Rohöl importieren und die erdölimportierenden Länder die Haltung der USA nicht zu übernehmen scheinen. Die Sanktionen werden, kurz gesagt, iranisches Rohöl wohl nicht vom Markt jagen. Lediglich die geopolitische Prämie dürfte nicht so bald verschwinden. Da einige andere Länder die Förderung steigern, dürften die jüngsten Zugewinne zum Teil aufgezehrt werden. Letztere wirken in dieser Höhe nicht nachhaltig, und die Anleger scheinen Gewinne mitzunehmen.

Risikos gewannen Gold-ETPs (A0LP78) an Attraktivität. Der politische Kalender ist gut gefüllt. Im kommenden Monat steht das Treffen zwischen Präsident Trump und Kim Jong-un auf dem Programm, und die Risiken, dass die Atommächte aneinander geraten, statt einen Friedensplan entwickeln, sind nicht unerheblich. Darüber hinaus ist die Maßnahme gegen den Iran ein Zeichen, dass die USA ihre diplomatische Präsenz im Nahen Osten wiederherstellen wollen. Ob dies die Stabilität in der Region fördert oder behindert, lässt sich bislang nicht sagen. Sollte sich der Iran aus dem gemeinsamen umfassenden Aktionsplan zurückziehen, könnte die Region unserer Ansicht nach ins Chaos stürzen und der Stellvertreterkrieg mit Saudi-Arabien eskalieren. Long-Gold-ETPs verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 16,7 Mio. USD, während in die eng korrelierten Silber-ETPs 3,1 Mio. USD flossen.

Short-FTSE-MIB-Aktien-ETPs verzeichneten die höchsten Zuflüssen seit Juni 2017, da die Anleger eine Koalitionsregierung der Anti-Establishment-Parteien in Italien fürchten. Dabei legten Short-FTSE-MIB-ETPs um 3.6 Mio. USD zu, während es bei Long-FTSE-MIB-ETPs zu Abflüssen in Höhe von 4,5 Mio. USD kam. Als der Termin für die Regierungsbildung gestern verstrich, blieben die Anleihe- und Aktienmärkte überraschend ruhig. Wir sind der Überzeugung, dass sich ETP-Anleger für eine Krise in dieser Woche positioniert haben.

Anleger sind sich über die Richtung von Aluminium (A0KRJS) offenbar uneinig. Bei Long-Aluminium-ETPs kam es mit 1,9 Mio. USD zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Februar 2018. Zugleich flossen in Short-Aluminium-ETPs 1,1 Mio. USD – soviel wie zuletzt im Mai 2016. Auch wenn die Preise ausgehend von den Hochs des letzten Monats gesunken sind, als die USA Sanktionen gegen den Großaktionär einer russischen Bergbaugesellschaft verhängten, dürften sie wieder ansteigen, sobald die Sanktionen (und die Handelsbeschränkungen gegen China) in Kraft treten.

Die Anleger nehmen hinsichtlich des Euro gegenüber dem US-Dollar wieder eine optimistischere Haltung ein. In der letzten Woche wurden Long-EUR-Short-USD-ETPs im Wert von 9,7 Mio. USD ge- und Long-USD-Short-EUR-ETPs im Wert von 8,3 Mio. USD verkauft. Anleger scheinen nicht überzeugt, dass die jüngste moderate Aufwertung des US-Dollar nachhaltig ist. Obwohl sich die wirtschaftlichen Daten in Europa weiter abschwächen und es kaum Anzeichen gibt, dass sich die Fed von weiteren Zinsanhebungen in diesem Jahr abbringen lässt, sind wir der Überzeugung, dass die Zinsdifferenz den US-Dollar höher treiben könnte.

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