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Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: OPEC sorgt für Volatilität an den Ölmärkten

| Quelle: ETF Securities | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
  • Die Ankündigung der OPEC hat die Preise in die Höhe getrieben. Unseres Erachtens beginnt damit aber eine äußerst volatile Phase für Öl
  • Silber verzeichnete letzte Woche mit 107 Mio. USD die stärksten Abflüsse seit September 2017
  • Die Sorgen um einen Handelskrieg haben eine rückläufige Nachfrage nach Industriemetall-ETPs zur Folge


Die Ölpreise verzeichneten am Freitag eine Intraday-Rally auf 6 Prozent, nachdem die Märkte infolge der mangelnden Transparenz seitens der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) Spekulationen über die Höhe der Produktionssteigerungen in diesem Jahr angestellt haben. Die Anleger verkauften letzte Woche Long-Rohöl-ETPs (A1N49P) im Wert von 9,6 Mio. USD und Short-Rohöl-ETPs in Höhe von 5,7 Mio. USD, um ihre potenziellen Verluste zu minimieren. Obgleich dies aus der Kommunikation nicht klar hervorgeht, sind wir der Ansicht, dass die OPEC jenen Mitgliedern grünes Licht gegeben hat, die in der Lage sind, Produktionssteigerungen vorzunehmen. Die Abschaffung der Quoten für einzelne Länder bedeutet, dass Letztere so viel Öl fördern können, wie sie wollen, und dabei keine Quote verletzen – diese muss nur die Gruppe als Ganzes einhalten. Dies könnte innerhalb der Organisation dazu führen, dass die Förderbegrenzungen nicht mehr eingehalten werden, nachdem sie eine Zeit lang übererfüllt wurden. Die individuellen Quoten hatten zumindest für Transparenz gesorgt. Gruppenweite Förderbegrenzungen sehen sich dem unter Spieltheoretikern als „Gefangenendilemma“ bekannten klassischen Problem gegenüber, bei dem „Verrat“ zwar zu einem Gleichgewicht führt, Kooperation allerdings dazu beitragen würde, dass es der Gruppe als Ganzes besser ergeht. Vor 2014, als die OPEC nur eine gruppenweite Quote aufwies, fiel die Vertragstreue schwach aus. Wir rechnen mit einem Anstieg der Ölproduktion, wodurch die Gewinne vom Freitag aller Wahrscheinlichkeit nach wieder aufgezehrt werden. Die mangelnde Transparenz seitens der OPEC dürfte starke Schwankungen bei den Ölpreisen nach sich ziehen. Weitere Einzelheiten finden sich im heutigen Blog-Post zur OPEC.

Silber (A0N62F) verzeichnete letzte Woche mit 107 Mio. USD die stärksten Abflüsse seit September 2017. Damit wurden die Zuflüsse im vergangenen Monat in Höhe von 95 Mio. USD wieder vollständig aufgezehrt. Die spekulativen Positionierungen am Terminmarkt haben sich zuletzt erholt, nachdem sie auf eine Allzeittief gefallen waren. Silber hatte allmählich gegenüber Gold aufgeholt, wobei die Gold-Silber-Ratio am 14. Juni auf 76 und damit den niedrigsten Stand seit November 2017 fiel. Als die Goldpreise am 15. Juni jedoch einbrachen, konnte sich auch Silber aufgrund der Korrelation zum gelben Edelmetall der Abwärtsbewegung nicht entziehen und büßte vergangene Woche 5,7 Prozent ein. Da Silber stärker nachgegeben hat als Gold, kam es zu neuerlichen Abflüssen.

Die Dollar-Aufwertung belastet die Goldnachfrage. Der US-Dollar-Korb legte vergangene Woche auf ein 11-Monats-Hoch zu. In der Folge gab der Goldpreis um 1,3 Prozent nach. Bei Gold-ETPs (A0LP78) kam es mit 32,7 Mio. USD die zweite Woche in Folge zu Abflüssen. Die Anleger verkauften Long-USD-Short-EUR-ETPs im Wert von 5,4 Mio. USD und engagierten sich im Gegenzug bei Long-EUR-Short-USD-ETPs im Umfang von 7,1 Mio. USD.

Die Sorgen um einen Handelskrieg haben eine rückläufige Nachfrage nach Industriemetall-ETPs zur Folge. Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) verzeichneten letzte Woche mit 36 Mio. USD die höchsten Abflüsse seit Februar 2018. Dies gleicht die Zuflüsse in Höhe von 53 Mio. USD in der Vorwoche oder in Höhe von 39 Mio. USD in der Woche davor zwar nicht vollständig aus, deutet aber auf einen möglichen Stimmungseinbruch unter den Anlegern hin. Die Industriemetallpreise gaben vergangene Woche um 2,5 Prozent nach, da die Anleger besorgt schienen, dass ein sich anbahnender Handelskrieg die Metallnachfrage belasten würde. Unseres Erachtens ziehen die Handelsspannungen vielmehr die Lieferketten in Mitleidenschaft anstatt des globalen Wachstums. Daher dürften sich Erstere eher positiv als negativ auf die Industriemetallpreise auswirken. Höchstwahrscheinlich stellt dies eine reflexartige Korrektur dar, ähnlich der Reaktion der Industriemetalle auf die von den USA im März angekündigte erste Runde von Strafzöllen gegen China. Nach dem anfänglichen Einbruch erholten sich die Metallpreise im April wieder deutlich.

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