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Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: Voraussichtliche Angebotsstörungen haben Rally bei Industriemetallen zur Folge

| Quelle: ETF Securities | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
  • Angesichts voraussichtlicher Angebotsstörungen verbuchen Industriemetallkorb-ETPs die höchsten Zuflüsse seit Februar
  • Die Mittelflüsse bei ETPs aus dem Energiesektor fallen weiter uneinheitlich aus – bei Energiekorb-ETPs kam es zu Zu-, bei Rohöl-ETPs hingegen zu Abflüssen
  • Die Anleger scheinen sich für eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar zu positionieren


Industriemetallkorb-ETPs (A0SVX7) verzeichnen die höchsten Zuflüsse seit Februar. Angesichts der Eskalation der Handelsstreitigkeiten legten Industriemetalle vergangene Woche um 2,9 Prozent zu. In der Folge kam es zu Zuflüssen in Industriemetall-ETPs in Höhe von 46,1 Mio. USD. Die Handelsbeschränkungen dürften Störungen in der Lieferkette nach sich ziehen und so das Angebot bei vielen Metallen verknappen. Den protektionistischen Maßnahmen seitens der USA, einschließlich Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren aus der EU, Kanada und Mexiko sowie eine Vielzahl an Zöllen auf Importe aus China, wurde mit der Ankündigung von Gegenmaßnahmen begegnet. Diese Handelsstreitigkeiten, bei denen Gleiches mit Gleichem vergolten wird, könnten weiter eskalieren. Die meisten Basismetalle weisen bereits ein Angebotsdefizit auf. Handelskriege wirken sich zusätzlich abträglich auf die Verfügbarkeit von Metallen aus. Neben den Handelsscharmützeln haben auch US-Sanktionen gegen Oleg Deripaska, dem größten Aktionär von Rusal (weltweit größter Aluminiumhersteller), zu einem Angebotsengpass bei Aluminium beigetragen. Bei der weltweit größten Kupfermine Escondida wurden die Lohnverhandlungen wieder aufgenommen, nachdem sie vergangenes Jahr verschoben worden waren. Letztes Jahr kam es infolge der Pattsituation bei den Lohnverhandlungen zu einem 43-tägigen Streik in der Mine. Die Anleger befürchten eine Wiederholung, da die Gewerkschaft äußerst ambitionierte Forderungen gestellt hat. Die Schließung einer großen indischen Kupferhütte und die Schwäche des US-Dollar hatten einen Anstieg der Kupferpreise auf ein Viereinhalbjahreshoch zur Folge. Kupfer-ETPs (A0KRJU) verzeichneten vergangene Woche mit 13,1 Mio. USD so hohe Zuflüsse wie zuletzt im April 2018.

Die Mittelflüsse bei ETPs aus dem Energiesektor (A0KRKD) fallen weiter uneinheitlich aus. Long-Energiekorb-ETPs setzten den Trend, der in der Vorwoche eingesetzt hatte, fort und verbuchten Zuflüsse von 29,6 Mio. USD. Dies ist der höchste wöchentliche Wert seit Dezember 2015. Dagegen verzeichneten Rohöl-ETPs mit 19,9 Mio. USD die neunte Woche in Folge Abflüsse. Die Ölpreise unterlagen in der vergangenen Woche starken Schwankungen. Ein unerwartet starker Anstieg der Lagerbestände bei Rohöl und Ölprodukten in den USA hatte einen Preisrückgang zur Folge. Hinzu kamen Berichte, die USA hätten die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) aufgefordert, die Produktion um 1 Mio. Barrel pro Tag anzuheben. Angesichts der OPEC-Sitzung gegen Monatsende, auf der das weitere Vorgehen des aus 14 Mitgliedern bestehenden Kartells besprochen werden dürfte, rechnen wir mit anhaltender Volatilität bei den Ölpreisen. Letztere legten gegen Ende der vergangenen Woche wieder zu, als der Iran signalisierte, die nukleare Anreicherung wieder aufzunehmen, sobald das derzeitige Atomabkommen scheitert. Diese Kavaliersdebatte könnte die EU abschrecken, die bislang versucht hat, die extraterritorialen Sanktionen der USA zugunsten des Handels mit dem Iran zu umgehen.

Die Anleger scheinen sich für eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar zu positionieren. Die Zuflüsse in Long-EUR-Short-USD-ETPs stiegen auf ein Vierwochenhoch von 9,4 Mio. USD und glichen damit die Abflüsse aus der Vorwoche aus. Der Euro zeigte sich in den letzten Wochen im Zuge der Bildung einer neuen italienischen Regierung, die sich aus Parteien der politischen Extreme zusammensetzt, äußerst schwankungsanfällig. Die Bekenntnis des neuen italienischen Finanzministers zum Euro sowie das Versprechen, finanzielle Instabilität zu vermeiden, bieten der Währung allerdings gewisse Unterstützung.

ETF-Anleger halten die Verkaufswelle an den italienischen Aktienmärkten für überzogen. An den italienischen Aktienmärkten kam es mit 3,9 Mio. USD in der dritten Woche in Folge zu Zuflüssen. Obschon italienische Aktien im Verlauf des letzten Monats nachgaben, hatten die versöhnlichen Worte des italienischen Finanzministers zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts eine Rally von 2 Prozent beim FTSE MIB zur Folge. ETF-Anleger zogen vergangene Woche überdies 3,7 Mio. USD aus breit angelegten europäischen Short-Aktien-ETPs ab, was auf Gewinnmitnahmen nach einem Monat mit rückläufigen Kursen hindeutet.

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