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Wolkige Aussichten – reale Erträge!

| Quelle: Marcus Landau | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Aus der modernen Arbeitswelt ist Cloud Computing nicht mehr wegzudenken. Dabei dürfte die Nutzung externer IT-Infrastrukturen in den kommenden Jahren nochmals an Bedeutung gewinnen und wohl dazu beitragen, dass sich der Börsenwert Amazons, des ohnehin schon zweitteuersten Unternehmens der Welt, weiter erhöhen wird.

Cloud Computing ist in der Geschäftswelt schon seit geraumer Zeit in aller Munde. Laut einer aktuellen Umfrage des renommierten Forschungs- und Beratungsunternehmens Gartner sieht mehr als ein Drittel aller Unternehmen Investitionen in die „Datenwolke“ als eine der drei höchsten Investitionsprioritäten. Ähnlich, wie es bei der Bereitstellung von Elektrizität der Fall war, wird das Cloud Computing damit langfristig zu einer Industrialisierung von IT-Ressourcen führen. Denn die Vorteile für den Nutzer liegen klar auf der Hand.

Was genau ist Cloud Computing?

Cloud Computing beschreibt die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und IT-Leistungen wie beispielsweise Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als Service über das Internet. So fallen keinerlei Investitionskosten für den Erwerb von Hard- und Software oder die Einrichtung lokaler Datencenter an. Die Cloud-Dienste werden in einem globalen Netzwerk aus sicheren Datencentern ausgeführt, die regelmäßig auf die neueste Generation schneller und effizienter Hardware aktualisiert werden. Selbst äußerst große Rechner- und Speicherleistungen lassen sich sehr kurzfristig und zwar genau dann bereitstellen bzw. abrufen, wenn sie benötigt werden („elastische Skalierung“). Zudem werden mit Hilfe der „Wolke“ die Datensicherung und Notfallwiederherstellung vereinfacht, da die Daten an mehreren Standorten im Netzwerk gespiegelt werden können, und last but not least reduziert sich auch der Wartungsaufwand für die eigene IT-Infrastruktur erheblich.

Amazon auf Wolke sieben

Den großen Playern der Branche ist es inzwischen nicht nur gelungen, diese Vorzüge in kontinuierlich steigende Umsätze und operative Erträge umzusetzen, sondern sie investieren immer größere Beträge in diesen Bereich, um ihre Führungspositionen zu behaupten und die Basis für zukünftige Gewinne rasant auszubauen. Dabei ist Amazon mit einem Marktanteil von knapp 33% (2018) der klare Branchenführer. Auf den weiteren Plätzen folgen mit deutlichem Abstand Microsoft (13%), IBM (8%) und Google (7%). Unter dem Namen Amazon Web Services (AWS) vertreibt der Onlineriese seine IT-Dienstleitungen in die ganze Welt. Die Vorteile der von AWS angebotenen Cloud Computing Services gehen so weit, dass sogar Netflix, der größte Konkurrent des hauseigenen Streamingdienstes Amazon Prime, alle seine Daten über die Amazon Cloud ausspielt. Von den DAX 30 Konzernen setzen inzwischen 80% auf das Cloud Computing von AWS, kontinuierlich kommen weitere Großkunden aus unterschiedlichen Branchen hinzu.

Margen auf Rekordniveau

Insgesamt ist Amazon sehr gut ins Jahr gestartet. Der operative Gewinn lag in den ersten drei Monaten 2019 mit 4,42 Mrd. USD (+130%) weit über den Markterwartungen von 3,08 Mrd. USD. Positiv werten Analysten insbesondere, dass der Konzern die Ertragskraft kontinuierlich steigert. Die operative Marge betrug zuletzt 7,4%, was im Vergleich zur Cloud-Sparte, die mittlerweile 12,9% zum Umsatz beiträgt, allerdings noch geradezu bescheiden wirkt. So hat AWS im 1. Quartal eine operative Marge von beachtlichen 28,9% eingespielt (+3,2 Prozentpunkte). Bei Umsatz und Ertrag überproportional zulegen konnte auch das noch relativ junge Geschäft mit Onlinewerbung, welches laut Amazon-Management um 36% gewachsen ist. Analysten gehen davon aus, dass die beiden hochprofitablen Geschäftsfelder Cloud Computing und Onlinewerbung auch in den kommenden Quartalen maßgeblich dazu beitragen werden, die Ertragskraft des Konzerns trotz hoher Investitionen in Logistikzentren, eigene Inhalte und Zusatzangebote für „Prime“-Kunden weiter zu steigern. Einige Analysten sehen den Fair Value des Internetgiganten deshalb auch bei 2.230 USD je Aktie und damit ca. 22% über dem derzeitigen Aktienkurs.

Für trading-affine Anleger mit ähnlich positivem Erwartungen für die Amazon-Aktie die bei den entsprechend hohen Chancen auch bereit sind, einen Totalverlust in Kauf zu nehmen, könnten klassische Optionsscheine Long zum Beispiel mit einem aktuellen Basispreis von 1.940 USD (WKN DF2V7N) eine interessante Trading-Idee darstellen. Der Hebel des Papiers beträgt derzeit ca. 8. Aber auch für Anleger die auf einen fallende Amazon Kurs setzen möchten gibt es entsprechende Short Produkte.

Stand 07.06.2019

Autor: Marcus Landau, Derivate-Sales-Experte bei der DZ BANK

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Marcus Landau

Marcus Landau Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ BANK, schreibt zu aktuellen Markt- und Produktthemen. Als Abteilungsdirektor Public Distribution ist er bei der DZ BANK für die Bereiche Vermarktung und Emission von Hebelprodukten und Zertifikaten mitverantwortlich und besitzt rund 15 Jahre Branchenerfahrung. In seinen Kommentaren beleuchtet er regelmäßig verschiedene Märkte und zeigt Handlungsmöglichkeiten für Anleger und Trader auf.

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