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Zinsen fallen wie ein Stein

| Quelle: ANOUCH_WILHELMS... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

An das Phänomen der negativen Zinsen haben sich viele schon gewöhnt. In Deutschland rutschten beispielsweise die Zinsen für 2-jährige Staatsanleihen im Jahr 2014 das erste Mal ins Minus. Damals glaubte man an ein kurzfristiges Ereignis. Als dann zwei Jahre später die 10-jährigen Staatsanleihen ebenfalls mit einer negativen Rendite gekauft werden konnten, dachte man, dass der Tiefpunkt nun erreicht sei. Und heute, rund drei Jahre später, liegen auch die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen im negativen Bereich.

Vor allem im August hat der Rückgang der Zinsen weiter zugenommen. Und das nicht nur in Europa. Auch in den USA fallen die Zinsen wie ein Stein. Dort liegen die 10-jährigen Staatsanleihen zwar immer noch bei rund 1,5 Prozent. Allerdings lagen sie im Juni vergangenen Jahres bei über 3,2 Prozent.

Im Gleichschritt mit dem Rückgang der Zinsen nahmen die Sorgen um die weltweite Konjunktur zu. So musste Deutschland für das zweite Quartal sogar einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung vermelden. Die Sorgen bezüglich des Handelsstreits tun ihr Übriges. Außerdem sorgte nicht nur der Zins selbst, sondern die Zinskurve in den USA für Verunsicherung. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer inversen Zinsstrukturkurve. Einfach gesagt bedeutet das, dass die Zinsen für beispielsweise zwei Jahre höher liegen als für zehn Jahre. Eigentlich sollten Anleihen mit längerer Laufzeit mehr Zinsen abwerfen als Anleihen mit kurzer Laufzeit. Ist dieses Verhältnis gedreht (invers), dann spricht man von einem Frühindikator für eine Rezession.

Insgesamt sorgte der August damit für viel Aufregung, nicht zuletzt auch an den Aktienmärkten. Weltweit gingen die Kurse meist aufgrund der Konjunktur- und Handelskriegsorgen zurück, mit teils kräftigen Kursabschlägen.

Für Anleger im Zertifikatebereich stellen diese Märkte nicht zwangsläufig ein Problem dar. So sind beispielsweise Discount-Zertifikate auf Einzelaktien gefragt, bei denen der Cap unterhalb des jeweiligen aktuellen Aktienkurses liegt. Discount-Zertifikate sind grundsätzlich mit einem Cap ausgestattet. Dieser Cap gibt an, wie hoch die maximale Rückzahlung eines Discount-Zertifikats liegen kann. Demgegenüber notiert der Kurs des Zertifikats in der Regel niedriger als der der Aktie.

So gehörte ein Discount-Zertifikat auf Wirecard (WKN: CA1 19P) zu den meistgehandelten Produkten. Der Cap liegt bei 100,00 Euro und die Laufzeit endet im Dezember 2019. Der Preis des Discount-Zertifikats liegt zurzeit bei 97,59 Euro. Das entspricht einer maximalen Rendite von 2,5 Prozent (vier Monate Restlaufzeit). Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das etwa 6,5 Prozent. Dieses Zertifikat wird im Dezember zu 100,00 Euro zurückgezahlt, wenn der Aktienkurs von Wirecard mindestens dort oder darüber notiert. Da der Aktienkurs momentan bei 138,00 Euro liegt, bleibt ein Puffer von rund 38,00 Euro, bis der Wert von 100,00 Euro erreicht wird. Sollte der Schlusskurs von Wirecard am Bewertungstag (20. Dezember 2019) unterhalb von 100,00 Euro liegen, erhält der Inhaber eine Aktie von Wirecard je Zertifikat. Der Einstand für die Aktien entspricht dann genau dem Betrag, den man ursprünglich für ein Zertifikat bezahlt hat. In diesem Beispiel 97,59 Euro. Somit entsteht erst dann ein Verlust, wenn die Aktie von Wirecard unterhalb dieses Einstandskurses notiert. Ganz ohne Risiko kommen demzufolge auch Discount-Zertifikate nicht aus. Allerdings spart sich der Zertifikate-Inhaber für den Fall, dass die Aktie sinkt, einen Verlust von rund 30 Prozent im Gegensatz zum Aktionär, der heute die Aktie kauft. Demgegenüber sind die Gewinnchancen beim Zertifikat auf den Cap begrenzt.

Zurzeit bietet die Commerzbank rund 31.000 unterschiedliche Discount-Zertifikate an. Eine aktuelle Übersicht finden Anleger unter www.zertifikate.commerzbank.de/product-search.

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Anouch Wilhelms

Anouch Wilhelms Anouch Wilhelms ist Derivate-Experte bei der Commerzbank und in diesem Bereich mehr als 14 Jahre tätig. Er studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Madrid und startete direkt nach dem Studium bei der Commerzbank in Frankfurt im Bereich Aktien und Rohstoffe. Heute ist er Spezialist für strukturierte Wertpapiere. Anouch Wilhelms ist als Derivate-Experte der Commerzbank regelmäßig Gast im TV (z.B. n-tv Telebörse) und schreibt regelmäßig Gastbeiträge in Tageszeitungen und Fachmagazinen. Außerdem moderiert er die Sendung „Das Marktgespräch – ideasTV“.

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