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ROUNDUP: Murdoch-Managerin Rebekah Brooks im Medienskandal vor Gericht
15.05.2012 - 16:59 | Quelle: dpa-AFX
LONDON (dpa-AFX) - Die frühere Murdoch-Verlagschefin Rebekah Brooks ist wegen ihrer Verwicklung in den britischen Medienskandal angeklagt worden. Die Medienmanagerin und ihr Ehemann Charlie Brooks - beide enge Bekannte von Premierminister David Cameron - müssen sich in den kommenden Wochen wegen Irreführung der Justiz wohl vor Gericht verantworten, teilte die britische Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag in London mit. Angeklagt wurden auch vier Mitarbeiter von Rebekah Brooks (43), die ihr unter anderem beim Beseitigen von Unterlagen geholfen haben sollen.
Rebekah Brooks war von 2009 bis 2011 Chefin der britischen Zeitungsholding von Rupert Murdoch, News International. Sie gilt als Schlüsselfigur in dem Skandal, in dem es auch um zu enge Beziehungen zwischen Medien und Politik und bestechliche Polizisten geht. Am vergangenen Freitag hatte Brooks vor einem Ausschuss zur Untersuchung des Skandals aussagen müssen und dabei unter anderem den britischen Premierminister David Cameron in Bedrängnis gebracht. Sie unterhielt zeitweise enge Kontakte zu ihm. So hatte sie berichtet, dass dieser ihr Handy-Nachrichten mit vertraulichen Grüßen wie 'Lots of Love' geschickt hatte.
Das Ehepaar Brooks habe zusammengearbeitet, um die Arbeit der Justiz zu behindern, hieß es in der Begründung des Crown Prosecution Service CPS zu den Klagen. Darauf stehen in Großbritannien je nach Lage auch Haftstrafen von mehreren Jahren. Unmittelbar nach der ersten Festnahme von Brooks im Sommer 2011 war in der Umgebung ihres Hauses ein Laptop in einem Mülleimer gefunden worden.
Unter anderem sollen Brooks, ihr Mann und ihre Mitarbeiter der Polizei Dokumente, Computer und anderes Beweismaterial vorenthalten haben. Zusammen mit ihrer Assistentin Cheryl Carter soll Brooks Kisten aus dem Archiv von News International entfernt haben. Mit Blick auf alle der insgesamt sechs Angeklagten gebe es genug Beweismaterial. Charlie Brooks ist ein Schulfreund von Premierminister David Cameron.
Das Prozedere kann sich nun über Wochen und Monate hinziehen. Die sechs Betroffenen sind die ersten, die in der neuen Untersuchung des Skandals, die vor 18 Monaten begonnen hatte, angeklagt werden. Am Dienstag nahm die Polizei in London erneut zwei Männer fest, darunter einen Finanzbeamten. Sie sollen von Murdoch-Reportern Geld genommen haben.
Die Anklage gegen sie sei 'schwach und ungerecht', hieß es in einer Stellungnahme Brooks' und ihres Mannes. Brooks war 2000 mit 31 Jahren Chefredakteurin des mittlerweile eingestellten Skandalblattes 'News of the World' geworden, das zum Murdoch-Medienimperium gehörte. 2003 wurde sie Chefredakteurin des Murdoch-Blattes 'The Sun'. 2009 stieg sie zur Vorstandschefin von News International auf.
Auf dem Höhepunkt des Medienskandals um abgehörte Telefone und Anrufbeantworter, Polizei-Bestechung und weitere windige Recherchemethoden trat sie im Juli 2011 zurück. Sie war zweimal festgenommen worden und ist derzeit auf Kaution auf freiem Fuß./gür/DP/edh
Quelle: dpa-AFX
Rebekah Brooks war von 2009 bis 2011 Chefin der britischen Zeitungsholding von Rupert Murdoch, News International. Sie gilt als Schlüsselfigur in dem Skandal, in dem es auch um zu enge Beziehungen zwischen Medien und Politik und bestechliche Polizisten geht. Am vergangenen Freitag hatte Brooks vor einem Ausschuss zur Untersuchung des Skandals aussagen müssen und dabei unter anderem den britischen Premierminister David Cameron in Bedrängnis gebracht. Sie unterhielt zeitweise enge Kontakte zu ihm. So hatte sie berichtet, dass dieser ihr Handy-Nachrichten mit vertraulichen Grüßen wie 'Lots of Love' geschickt hatte.
Das Ehepaar Brooks habe zusammengearbeitet, um die Arbeit der Justiz zu behindern, hieß es in der Begründung des Crown Prosecution Service CPS zu den Klagen. Darauf stehen in Großbritannien je nach Lage auch Haftstrafen von mehreren Jahren. Unmittelbar nach der ersten Festnahme von Brooks im Sommer 2011 war in der Umgebung ihres Hauses ein Laptop in einem Mülleimer gefunden worden.
Unter anderem sollen Brooks, ihr Mann und ihre Mitarbeiter der Polizei Dokumente, Computer und anderes Beweismaterial vorenthalten haben. Zusammen mit ihrer Assistentin Cheryl Carter soll Brooks Kisten aus dem Archiv von News International entfernt haben. Mit Blick auf alle der insgesamt sechs Angeklagten gebe es genug Beweismaterial. Charlie Brooks ist ein Schulfreund von Premierminister David Cameron.
Das Prozedere kann sich nun über Wochen und Monate hinziehen. Die sechs Betroffenen sind die ersten, die in der neuen Untersuchung des Skandals, die vor 18 Monaten begonnen hatte, angeklagt werden. Am Dienstag nahm die Polizei in London erneut zwei Männer fest, darunter einen Finanzbeamten. Sie sollen von Murdoch-Reportern Geld genommen haben.
Die Anklage gegen sie sei 'schwach und ungerecht', hieß es in einer Stellungnahme Brooks' und ihres Mannes. Brooks war 2000 mit 31 Jahren Chefredakteurin des mittlerweile eingestellten Skandalblattes 'News of the World' geworden, das zum Murdoch-Medienimperium gehörte. 2003 wurde sie Chefredakteurin des Murdoch-Blattes 'The Sun'. 2009 stieg sie zur Vorstandschefin von News International auf.
Auf dem Höhepunkt des Medienskandals um abgehörte Telefone und Anrufbeantworter, Polizei-Bestechung und weitere windige Recherchemethoden trat sie im Juli 2011 zurück. Sie war zweimal festgenommen worden und ist derzeit auf Kaution auf freiem Fuß./gür/DP/edh
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