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Bei Öl sind gute Nerven gefragt

| Quelle: Dirk Hess | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Ölpreis musste zuletzt deutlich Federn lassen, wozu vor allem die Angst vor Omikron beigetragen hat. Aber auch die OPEC+ ist an der Korrektur nicht ganz unschuldig. Das nervöse Umfeld bietet Tradern gute Chancen.

 

Der Ölpreis bleibt ein beherrschendes Thema an den Märkten. Noch vor wenigen Wochen deutete alles darauf hin, dass die Notierungen für das schwarze Gold auf hohem Niveau verharren, wenn nicht gar weiter steigen werden. Unter den Experten herrschte damals der Konsens, dass das Förderangebot die steigende Nachfrage nach dem Brennstoff nur unzureichend bedienen könne. Als Folge legte Öl bis Ende Oktober in der Spitze bis auf 85 US-Dollar (WTI) beziehungsweise 86 US-Dollar (Brent) pro Barrel zu. Doch mittlerweile ist die Rallye ins Stocken geraten. Um mehr als zehn Dollar ist der Ölpreis seit Anfang November gefallen. Die Volatilität legte dagegen auf das höchste Niveau seit Ausbruch der Corona-Pandemie zu.

 

Woher rührt die hohe Nervosität am Ölmarkt?

 

Die jüngste Korrektur bei Energierohstoffen wie Öl und Gas resultiert insbesondere aus der Unsicherheit über die ökonomischen Folgen, die sich aus der neuen rätselhaften Corona-Variante Omikron ergeben könnten. Glaubt man den Impfstoffherstellern, entfalten die im Einsatz befindlichen Corona-Vakzine gegen Omikron deutlich weniger Abwehrkräfte als gegen die bis dahin bekannten Varianten. Sollte Omikron die Delta-Variante als dominierende Mutation ablösen, wovon viele Wissenschaftler derzeit ausgehen, könnte eine Straffung der Schutzmaßnahmen rund um den Globus die Folge sein. Eine neue Welle harter Lockdowns und Beschränkungen würde das Wachstum der Weltwirtschaft einmal mehr ausbremsen. Eine nachlassende Konjunktur bedeutet wiederum einen geringeren Bedarf an Rohöl.

 

OPEC+ bleibt gelassen – bislang

 

Im Fall einer sich abschwächenden Ölnachfrage stellt sich die spannende Frage, wie die OPEC+ darauf reagieren wird. Offensichtlich sieht man noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, bei der Förderung vom Gaspedal zu gehen. Stattdessen verkündete die Organisation Anfang Dezember an ihrem Plan festhalten zu wollen, die Produktion im Januar um weitere 400.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Der Beschluss kam für viele Marktbeobachter überraschend, denn damit droht im ersten Quartal, in dessem Verlauf die Nachfrage saisonal ohnehin schwächer wird, eine massive Überversorgung – zumal einige Länder wie die USA, Japan oder Indien planen Teile ihre strategischen Öl-Reserven freizugeben. Schätzungen zufolge könnte das Überangebot an Öl im Frühjahr 2022 auf bis zu 3,7 Millionen Barrel pro Tag anwachsen. In diesem Szenario könnte der Ölpreis unter weiteren Abgabedruck geraten. Aber: Da sich die OPEC+ die Möglichkeit eines außerordentlichen Treffens offengehalten hat, ist es denkbar, dass die geplante Förderausweitung doch noch im Papierkorb der Wiener OPEC-Zentrale landet.

 

Öl bietet risikofreudigen Anlegern Chancen

 

Angesichts der vielen Unsicherheiten dürfte der Preis des schwarzen Goldes weiter zur Volatilität neigen. Zum einen sind die ökonomischen Auswirkungen von Omikron überhaupt noch nicht abzuschätzen. Zum anderen gleicht die OPEC+ einer Blackbox. Schon in der Vergangenheit sorgte die Organisation mit so mancher 180-Grad-Drehung für Turbulenzen am Markt. Konservative Anleger sollten von Öl daher die Finger lassen. Für Trader jedoch bietet ein Umfeld starker Preisausschläge ein ideales Revier, um mit Hebelprodukten schnell und kurz in den Markt zu gehen und sich dort ergebende Chancen wahrzunehmen.

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Dirk Heß

Dirk Heß Dirk Heß, Finanzexperte der Citi, schreibt regelmäßig zu aktuellen Markt- und Derivate-Themen. Als Co-Head EMEA Public Listed Products Sales & Distribution bei Citigroup Global Markets Europe besitzt er langjährige Expertise in allen Fragen rund um Börse und Investments. In seinem regelmäßigen Kommentar gibt Dirk Heß fundiertes Fachwissen weiter.

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