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Der Knoten

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Knoten ist geplatzt. Es reichten zwei oder drei Nachrichten mit Erwartungscharakter, aber ohne genaue Belege, um die erhebliche Spannung in den Märkten auf rund die Hälfte zu reduzieren. Darauf haben mehr oder weniger alle gewartet, die kleinen Anleger in New York (Robin Hoods), die großen Investoren mit umfangreichen Leerpositionen und die soliden Investoren mit Langzeitperspektiven. Erkennbar ist daran, wie ungeheuer psychologisch sich in den letzten Wochen eine Stimmung aufgebaut hat, die kaum zu beschreiben ist. Das Ergebnis war das Déjà-vu seit Montag.

Zur Erinnerung: Im März vorigen Jahres und anschließend im November lief es nach gleichem Muster. Der Angst folgen stets umfangreiche Verkäufer oder eine Art Stillhalten und jede Entspannung bewirkt die übliche Erholung. So weit, so gut. Wie weiter?

Ob die Weihnachtsrally eine Januarrally wird, ist noch offen. Noch ca. 12 Börsentage bis Silvester sind zu absolvieren. Die Basis aller Firmennachrichten liest sich überraschend gut oder besser als erwartet. VW liefert den besten Beleg dafür. Auch BASF gibt zu erkennen, wie man sich auf „Grün“ umstellt. Deren Chef gehört ohnehin zu den Beratern der Grünen. In der Schweiz geht Nestlé einen ähnlichen Weg: Teilrückzug aus L’Oréal für immerhin rd. 20 Mrd. Euro (geschätzt), um den Umbau des größten Nahrungsmittelkonzerns der Welt in Richtung Gesundheitsprodukte zu forcieren. Das macht der frühere Fresenius-Chef Mark Schneider. Wer ist der Nächste?

Die neue Bundesregierung hat die Rahmengrößen genannt. Die Volumina bleiben unklar, aber die Absicht kann inzwischen von vielen Firmen in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern brauchbar umgesetzt werden. In den meisten Fällen keineswegs mit Staatshilfe, sondern mit eigenen Ideen und Kapital. Ob zusätzliche staatliche Hilfen möglich und notwendig sind, wird demnächst heiß diskutiert werden. Die sogenannten Superabschreibungen spielen eine gewichtige Rolle. Sie begründen seit Anfang der 60er Jahre den Aufbau der deutschen Atomwirtschaft. Der deutsche Wohnungsbau wurde ebenfalls mit Steuermodellen seit 1953 umfangreich forciert. Abschreibungsmodelle sind grundsätzlich für ein investitionsfreudiges Land ideal. Auch Unfälle gehören dazu, wie der vor rd. 20 Jahren forcierte Aufbau der Containerflotten als Steuermodell für Zahnärzte, woraus der größte Containerbestand der Welt wurde, der anschließend nicht zu gebrauchen war. Es dauerte über 10 Jahre, bis alle diese Container mehr oder weniger abgewrackt werden mussten. Also: Steuermodelle sind richtig, aber bedürfen der klugen Einschätzung der Märkte.

Die künftigen Konjunkturinvestitionen stehen unter diesem Vorbehalt. Eine richtige Konzeption bedarf einer richtigen Bedarfsrechnung und einer richtigen Finanzierung. Darin liegen die Erwartungen der Investoren.

Mit einem Satz: Die neue Regierung beginnt hoffnungsvoll, aber der weitere Hergang ist vorerst nicht zu beschreiben.

Ihr

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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