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Esma-Chef Maijoor: Preise von Finanzprodukten sollen nicht steigen

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Der Chef der europäischen Marktaufsichtsbehörde Esma, Steven Maijoor, hat die Banken in der EU davor gewarnt, die Kosten einer stärkeren Marktregulierung auf ihre Kunden überzuwälzen. "Ich verstehe die Sorgen der Banken wegen des Rückgangs der Margen, aber das darf nicht dazu führen, dass die Preise angehoben werden, denn die sind in der EU ohnehin relativ hoch." Maijoor wies darauf hin, dass vor allem die Kosten von Finanzprodukten für Retail-Kunden nicht zu hoch sein dürften, weil diese Kunden Anreize bekommen sollten, sich stärker in Aktien und Fondsprodukten zu engagieren.

Maijoor sagte, auf Kostendruck könnten Banken mit einer Ausweitung ihres Marktanteils reagieren oder indem sie die Kosten auf technologischen Wege senken oder eben über eine Weitergabe der Kosten an die Kunden. "Aber Europa ist verglichen mit den USA schon jetzt relativ teuer, selbst wenn man berücksichtigt, dass die USA ein homogenerer Markt sind", sagte der Esma-Chef.

Maijoor räumte ein, dass die in Deutschland heftig kritisierte Marktrichtlinie Mifid 2 zwar für mehr Transparenz gesorgt, aber nicht zu einer Kostensenkung geführt habe. Er verwies auf eine Umfrage der deutschen Finanzaufsicht Bafin, derzufolge die Unternehmen ihre Preise unverändert gelassen hätten. "Mifid hat dazu geführt, dass Retail-Investoren mehr Informationen bekommen, aber sie können oft nichts damit anfangen", sagte Maijoor.

Auf der anderen Seite sei der Esma wohl bewusst, wie wichtig die Gebühreneinnahmen für die Banken seien. "Die Kosten und Gebühren von Finanzprodukten stehen für rund 25 Prozent der Bruttoerträge", sagte er. Die Esma habe gerade Konsultationen durchgeführt, um weitere Erkenntnisse über die Auswirkungen von Mifid 2 für die Marktteilnehmer zu bekommen. Sie beträfen Gebühren und die Möglichkeiten zur Produktintervention.

Mein persönliche Meinung zu einem der Aspekte der Kostentransparenz ist, dass wir überprüfen sollten, ob Nicht-Retail-Kunden tatsächlich das gleiche Ausmaß an Kosteninformationen bekommen müssen wie Retail-Kunden", sagte er.

Die EU-Kommission will Mifid 2 im Frühjahr 2020 einer Prüfung unterziehen. Nach Vorstellungen des Bundesfinanzministeriums sollen professionelle Anleger freiwillig auf bisherige Informationspflichten verzichten können. Einschränkungen sollen auch bei Telefonaufzeichnungen möglich sein. So sollen bei Wertpapiergeschäften per Telefon Kosteninformationen auch nachträglich übermittelt werden.

Die generelle Telefonaufzeichnungspflicht bei Wertpapiergeschäften soll entfallen können, falls die Kunden darauf verzichten. Außerdem soll es Regulierungserleichterungen für den Zugang von Privatanlegern zu Standardanleihen geben, etwa zu Unternehmensanleihen.

Die Esma prüft laut Maijoor außerdem die Priips-Richtlinie zu Investment- und Versicherungsprodukten. "Gegenwärtig basieren die formalen Szenarios dort auf der Performance der vergangenen fünf Jahre, und weil der Markt in den vergangenen fünf Jahren sehr gut gelaufen ist, gibt es die Befürchtung, dass diese Szenarios zur künftigen Performance ein zu rosiges Bild zeichnen", sagte Maijoor.

Mitarbeit: Andreas Kißler)

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

END) Dow Jones Newswires

November 19, 2019 04:52 ET ( 09:52 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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