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Fünf Termine, die sich Wirecard-Aktionäre vormerken müssen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Kurs des Dax-Konzerns hat sich in den vergangenen Tagen stabilisiert. Seit Anfang April pendelte die Wirecard-Aktie +2,73% in vergleichsweise kleiner Zone zwischen etwa 108 und 111 Euro. Am Mittwoch zog der Kurs wieder auf 110 Euro an, nachdem Wirecard auf einer Messe in Dubai einen interessanten Auftrag an Land ziehen konnte und das Magazin DER AKTIONÄR Wirecard aufgrund eines attraktiven Chance-Risiko-Verhältnisses in sein Aktien-Musterdepot hineingekauft hat.

Wirecard-Chef Markus Braun hatte immer wieder die Stabilität des operativen Geschäfts betont, zuletzt auch in einem zehnminütigen Interview beim Fernsehsender n-tv. Vor der Brust haben er und alle Wirecard-Anleger nun wichtige Termine, unter anderem die Bilanzvorlage. Los geht es jedoch mit etwas anderem.

Donnerstag, 18. April

Bis einschließlich diesem Tag gilt das Verbot neuer Leerverkäufe in Wirecard-Aktien. Am 18. Februar 2019 hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in einem ungewöhnlichen Schritt neue Spekulation auf fallende Aktienkurse beim Zahlungsdienstleister untersagt. Bis zum 18.04.2019, 24 Uhr sei es verboten, neue Netto-Leerverkaufspositionen in Aktien der Wirecard AG zu begründen oder bestehende Netto-Leerverkaufspositionen zu erhöhen.

Doch was passiert nach diesem Termin? An Karfreitag haben die Börsen in Deutschland geschlossen, doch außerbörslich kann gehandelt werden. Schlagen die Shortseller dann zu? Oder verlängert die BaFin das Leerverkaufsverbot? Ein solcher Schritt käme jedoch nach Einschätzung des AKTIONÄR überraschend, stand die BaFin doch mit ihrem Schritt in der Kritik. Die Volatilität des Dax-Werts ist zuletzt zurückgefallen. Die nach Ostern wieder bestehende Möglichkeit, die Aktie zu shorten, dürfte erneut zu einer erhöhten Volatilität führen.

Dienstag, 23. April

Auch am Ostermontag bleiben Xetra-Handel und Präsenzbörsen geschlossen. Erster "richtiger" Handelstag nach Ostern ist in Deutschland dann der Dienstag. Die außerbörslichen Bewegungen zwischen vom 19. bis 22. April werden Hinweise geben, wie es in der Woche nach Ostern mit der Wirecard-Aktie weiter geht.

Donnerstag, 25. April

Auf dieses Datum fiebern die gestressten Wirecard-Anteilsinhaber seit Wochen hin. Nachdem die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts vom 4. April auf den 25. April verschoben wurde, steht nun die Bilanz-Pressekonferenz mit aktuellen Geschäftszahlen sowie der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr im Fokus. Wahrscheinlich wird es auch Aussagen zu einer möglichen Dividende geben. Wirecard ist neben Linde das einzige Unternehmen, das sich bislang nicht zu seiner Ausschüttung geäußert hat.

Mittwoch, 8. Mai

Schon knapp drei Wochen nach den Jahreszahlen legt Wirecard Geschäftszahlen zum ersten Quartal vor. Am gleichen Tag findet auch eine Telefonkonferenz (Earnings Call) mit Analysten statt, auf dem es möglicherweise zu Anpassungen der Kursziele der Experten kommt. Derzeit stehen die von Bloomberg geführten 27 Analysten mehrheitlich auf der Käufer-Seite:  21 Finanzhäuser empfehlen Wirecard zum Kauf, vier sehen den Zahlungsdienstleister als Halteposition und nur zwei raten zum Verkauf. Der durchschnittliche Zielkurs: 189,12 Euro.

Dienstag, 18. Juni

In München kommen Anteilsinhaber, Vorstand und Aufsichtsrat von Wirecard zur Hauptversammlung zusammen. Je nachdem, wie es in den Wochen zuvor mit dem Geschäft und der Aktie gelaufen ist, dürfte es recht turbulent werden. Falls eine Gewinnausschüttung für 2018 geplant sein sollte, wird die HV darüber abstimmen.


Darüber hinaus sind mehrere Verfahren offen, für die noch keine Termine feststehen. In den Rechtsstreitigkeiten wird sowohl gegen Wirecard ermittelt, aber auch gegen die Financial Times. Letztere hatten mit mehreren negativ gefärbten Berichten seit Ende Januar einen massiven Kurssturz der Wirecard-Aktie +2,73% ausgelöst. Ende März hat Wirecard eine Unterlassungsklage gegen die FT  und den Autoren Dan McCrum eingereicht. Ein Sprecher des Landgerichts München I erklärte, die Klage liege der 9. Zivilkammer, die für presserechtliche Ansprüche zuständig sei. Eine Sprecherin Wirecards erklärte, Ziel der Klage sei es, die Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen zu untersagen. Zudem seien Geschäftsgeheimnisse falsch dargestellt worden.

Bei der Berichterstattung der Financial Times handelt es sich um eine Verdachtsberichterstattung, schrieb der Berliner Rechtsanwalt Johannes von Rüden Anfang April auf seiner Internetseite wvr-law.de. "Der Bundesgerichtshof hat Medien dazu klare Verhaltensregeln an die Hand gegeben, die eingehalten werden müssen", erklärte von Rüden. Und weiter: "Sollte das Gericht zu der Entscheidung kommen, dass die Berichterstattung nach §1004 Abs.1 BGB zu untersagen ist, stehen die Chancen gut, dass auch Anleger Chancen darauf haben, gegen die britische Zeitung Schadenersatzansprüche geltend zu machen." Das könnte aber ähnlich wie im Fall Leo Kirch und Deutsche Bank Jahre dauern.

Möglicherweise beruhen die Vorwürfe nur auf den Aussagen eines einzigen Mitarbeiters. Weder schien sich die FT  für dessen Glaubwürdigkeit interessiert zu haben, noch für seine sonstigen Motive. Wirecard selbst hatte schon früh den Verdacht geäußert, dass ein Konflikt zwischen zwei Mitarbeitern im Vordergrund steht.  (mmr)

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