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Immobilien-Aktien leiden unter Berliner Mietdeckel

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die deutschen Wohnimmobilien-Aktien stehen unter Druck. Auslöser der abrupten Talfahrt, die am Dienstag-Nachmittag begann und sich am Mittwoch weiter fortsetzt, war die Nachricht, dass sich der rot-rot-grüne Senat in Berlin auf das Eckpunktepapier für einen Mietendeckel in der Hauptstadt geeinigt hat.

Inmitten der aufgeheizten Stimmung auf dem Mietmarkt in Deutschland will Berlin als erstes Bundesland einen fünfjährigen Mieterhöhungsstopp einführen. Das soll helfen, bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Der rot-rot-grüne Senat einigte sich am Dienstag auf Eckpunkte als Vorstufe für einen Gesetzentwurf. Das Gesetz soll - so der Plan - spätestens im Januar 2020 in Kraft treten. Kritiker laufen dagegen Sturm, es wird mit Klagen gerechnet.

Hintergrund der Pläne ist der angespannte Wohnungsmarkt in Berlin mit seinen etwa 3,6 Millionen Einwohnern. Die Mieten sind gestiegen, viele Menschen zieht es aus anderen Regionen in die Hauptstadt und viele finden keine bezahlbare Wohnung in beliebten Stadtteilen - so ist die Lage in mehreren Großstädten Deutschlands.

Der geplante Mietendeckel beinhaltet diese Kernpunkte: Die Mieten von nicht preisgebundenen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sollen fünf Jahre lang nicht steigen. Laut Mieterverein wären bis zu 1,6 Millionen Wohnungen betroffen. Bei Wiedervermietung soll höchstens die zuletzt vereinbarte Miete aus dem vorherigen Mietverhältnis verlangt werden können. Überhöhte Mieten können auf Antrag sogar gesenkt werden - das Ganze soll sich an einer Mietobergrenze orientieren. Der Neubau ist von den Regelungen ausgeschlossen - das soll helfen, den Bau anzukurbeln.

An der Börse verloren deutsche Wohnimmobilien-Aktien kräftig an Wert. Die Papiere der Deutsche Wohnen -0,72%, die das größte Wohnungsportfolio in der Region Berlin besitzt, schlossen bereits am Dienstag mit einem Minus von 1,2 Prozent, nachdem sie bis Mittag noch ein Kursplus von knapp drei Prozent verzeichnet hatten. Am Mittwochvormittag verlor die Aktie weitere vier Prozent und war damit hinter Carl Zeiss Meditec Schlusslicht im MDax.

Seit dem Beginn des Kursrutsches Anfang Juni war es für Deutsche Wohnen zunächst um rund 19 Prozent abwärts gegangen. Seit der Vorwoche hatten sich die Papiere dann jedoch wieder deutlich erholt.

Die Anteilsscheine von Ado Properties -1,02% als reinem Berlin-Player endeten am Dienstag mit einem Verlust von 0,6 Prozent, nachdem sie zuvor in der Spitze 2,1 Prozent fester notiert hatten. Heute ging es im SDax um 2,9 Prozent abwärts. Seit Anfang Juni haben die Ado-Aktien gut 17 Prozent an Wert verloren.

Auch die Titel der großen Wettbewerber LEG Immobilien -0,34% und Vonovia -1,40%, die weniger auf dem Berliner Markt aktiv sind, mussten jeweils Kurseinbußen um 2,4 Prozent verdauen und finden sich unter den größten Verlierern in MDax bzw. Dax.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Deutsche Wohnen AG (in Euro, Xetra)
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