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MÄRKTE EUROPA/Anleger vor Fed-Zinsentscheidung abwartend

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)An den europäischen Aktienmärkten geht es am Mittwochnachmittag zaghaft nach oben. Während sich die Indizes einmal mehr recht ausgeglichen präsentieren, spielt die Musik in den Einzelwerten. Hier geben die Unternehmenszahlen zum zweiten Quartal den Takt vor. Die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen verunsichern weiterhin etwas das Sentiment der Anleger. "Während die Unternehmen ihre Vorsicht ablegen und die Ausblicke anheben, warnt das RKI vor der vierten Welle und will Gegenmaßnahmen", so ein Marktteilnehmer. Der DAX gewinnt 0,1 Prozent auf 15.535 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,6 Prozent auf 4.090 nach oben.

Nach dem Börsenschluss in Europa steht dann das Ergebnis der Sitzung der US-Notenbank im Blick. Dort dürfte besonders auf die Inflationsaussichten geschaut werden und auf Hinweise, wann die Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm zurückfahren wird. Mit der Festlegung eines entsprechenden Zeitplans rechnet Michael Blumenroth, Kapitalmarktstratege der Deutschen Bank, aber noch nicht. Der US-Arbeitsmarkt befinde sich mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 5,9 Prozent noch ein gutes Stück vom Vollbeschäftigungsniveau entfernt, während die konjunkturelle Unsicherheit angesichts der grassierenden Delta-Variante des Coronavirus zugenommen habe. Die Verabschiedung eines konkreten Fahrplans im Herbst sei dagegen wahrscheinlicher. Allerdings bestehe angesichts der jüngsten Inflationsentwicklung ein Risiko, dass die Fed schneller aus den Anleihekäufen aussteige und die Renditen in der Folge stiegen.


Deutsche Bank und Deutsche Pfandbriefbank mit guten Zahlen

Die Deutsche Bank (minus 0,2 Prozent) hat ihren Gewinn im zweiten Quartal stärker gesteigert als erwartet. Sie profitierte von deutlich geringeren Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite und niedrigeren Kosten. Die Erträge sanken allerdings leicht, weil das Investmentbanking nach dem Wachstum der vergangenen Quartale schwächelte. Mit Blick auf die Wachstumserwartungen ist der Vorstand dennoch zuversichtlicher als bisher.

Für die Aktie der Tochter DWS geht es um 1,1 Prozent nach oben. "Nach dem starken ersten Quartal hat sich das Wachstum deutlich beruhigt", kommentiert ein Marktteilnehmer die Zahlen. Zwar sei die Kostenentwicklung weiterhin sehr günstig. Aufgrund der abnehmenden Wachstumsdynamik könnte sich der Kurs mit weiteren Vorstößen aber schwer tun, so der Marktteilnehmer. DWS steigen 0,4 Prozent.

Die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank steigt sogar um 7,0 Prozent, der vorläufige Vorsteuergewinn ist laut Citi im zweiten Quartal höher ausgefallen als erwartet. Das Unternehmen rechne nun für 2021 mit einem Vorsteuergewinn von 180 bis 220 nach zuvor über 155 Millionen Euro. Die Konsenserwartungen sowie die Schätzung der Analysten lägen mit 188 bzw. 190 Millionen Euro bereits in der neuen Prognosespanne, wenn auch näher am unteren Ende.


Deutsche Börse nach Zahlen im Minus

Deutsche Börse geben dagegen um 1,5 Prozent nach. Die Quartalszahlen des Börsenbetreibers sind zwar einen Tick über den Erwartungen ausgefallen. Allerdings sind die Anleger nicht von der Qualität der Zahlen überzeugt, da diese stark von Konsolidierungs- und Sondereffekten geprägt sind. Unter Herausrechnung dieser Faktoren ist das EBITDA laut der Citigroup leicht unter den Konsensschätzungen ausgefallen.

OMV (+0,1%) hat starke Zweitquartalszahlen vorgelegt. Sowohl der Gewinn wie auch das operative Ergebnis sind besser als erwartet ausgefallen. Haupttreiber war laut Jefferies die starke Entwicklung des Chemiegeschäfts. OMV habe im vergangenen Jahr mit der Erhöhung der Beteiligung an Borealis die richtige Entscheidung getroffen.

Für Renault geht es um 4,3 Prozent nach oben. Die Aktie profitiert von der Entwicklung bei Nissan. Die Franzosen sind an dem Autobauer mit fast 50 Prozent beteiligt. Laut Renault hat Nissan im zweiten Quartal einen positiven Gewinnbeitrag von 173 Millionen Euro geleistet. Renault legt am Freitag Zahlen vor.

Kering steigen um 3 Prozent. "Die Zahlen sind noch einmal deutlich besser als erwartet", heißt es im Handel. Der Umsatz sei auf organischer Basis um 95 Prozent gewachsen, die Prognose habe bei 86 Prozent gelegen. Auch das Wachstum von Gucci liege mit 86 Prozent über der Prognose von 77 Prozent.

Für Metro geht es um 2,3 Prozent nach oben. Die vorläufigen Zahlen des Konzerns für das dritte Geschäftsquartal sieht Baader Helvea als positive Überraschung.


Hella legt gute Zahlen vor

Von guten Zahlen spricht ein Marktteilnehmer mit Blick auf Hella (+1,2%). Obwohl das Unternehmen den Ausblick nach dem dritten Quartal erhöht habe, liege das Gesamtjahr nun im oberen Bereich oder sogar am oberen Rand. "Allerdings haben fast alle Autozulieferer gut berichtet", so der Marktteilnehmer. Viel sei also eingepreist.

Nemetschek gewinnen 2 Prozent. Der Software-Hersteller hat nach einem guten Quartal die Prognose angehoben. Der Umsatz soll nun währungsbereinigt in einer Bandbreite von 12 bis 14 Prozent zulegen und die Marge des operativen Konzernergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 30 bis 32 Prozent erreichen. Bislang hatte das im MDAX und TecDAX notierte Unternehmen ein mindestens hohes einstelliges Umsatzwachstum und eine EBITDA-Marge zwischen 27 bis 29 Prozent angepeilt.



Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.096,61 +0,78% 31,78 +15,3%
Stoxx-50 3.552,54 +0,63% 22,35 +14,3%
DAX 15.554,09 +0,23% 34,96 +13,4%
MDAX 35.118,11 +0,53% 186,86 +14,0%
TecDAX 3.652,57 +0,80% 29,08 +13,7%
SDAX 16.418,89 +0,76% 124,32 +11,2%
FTSE 7.017,22 +0,30% 21,14 +8,3%
CAC 6.596,59 +0,99% 64,67 +18,8%

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite -0,45 -0,01 -0,69
US-Zehnjahresrendite 1,26 0,01 -1,42


INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 34.993,78 -0,18% -64,74 +14,3%
S&P-500 4.398,66 -0,06% -2,80 +17,1%
Nasdaq-Comp. 14.726,86 +0,45% 66,29 +14,3%
Nasdaq-100 15.001,34 +0,30% 44,37 +16,4%

US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,20 0,0 0,20 8,6
5 Jahre 0,73 2,8 0,70 36,5
7 Jahre 1,01 0,7 1,01 36,3
10 Jahre 1,26 1,0 1,25 33,8
30 Jahre 1,91 1,7 1,90 26,7

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:46 Di, 17:11 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1789 -0,25% 1,1934 1,1905 -3,5%
EUR/JPY 129,88 +0,11% 132,30 131,84 +3,0%
EUR/CHF 1,0800 -0,05% 1,0961 1,0952 -0,1%
EUR/GBP 0,8508 -0,05% 0,8552 0,8549 -4,7%
USD/JPY 110,18 +0,37% 110,79 110,74 +6,7%
GBP/USD 1,3860 -0,16% 1,3931 1,3927 +1,4%
USD/CNH (Offshore) 6,5039 -0,36% 6,4849 6,4841 +0,0%
Bitcoin
BTC/USD 39.541,01 +3,28% 33.916,01 30.845,26 +36,1%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 0,00 67,42 0% 0,00 +39,4%
Brent/ICE 74,68 74,48 +0,27% 0,20 +46,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.797,50 1.799,05 -0,09% -1,55 -5,3%
Silber (Spot) 24,77 24,70 +0,30% +0,07 -6,1%
Platin (Spot) 1.052,25 1.054,85 -0,25% -2,60 -1,7%
Kupfer-Future 4,57 4,55 +0,60% +0,03 +29,7%


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/raz

END) Dow Jones Newswires

July 28, 2021 10:06 ET ( 14:06 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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