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MÄRKTE USA/Rekordjagd dürfte mit gedrosseltem Tempo weitergehen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
NEW YORK (Dow Jones)Die Rekordjagd an der Wall Street könnte sich am Donnerstag fortsetzen, wenn auch mit gebremstem Tempo. Am Vortag hatten sowohl der Dow-Jones-Index, der S&P-500 als auch der Nasdaq-Composite neue Allzeithochs markiert. Angeführt werden dürfte die Aufwärtsbewegung erneut von den Werten aus dem Technologie-Sektor, die als ein Gewinner der Pandemie gelten. Der Future auf den S&P-500 legt aktuell um 0,1 Prozent zu.

Auch ein vom Markt erhofftes US-Konjunkturpaket scheint immer wahrscheinlicher zu werden, da mittlerweile auch einige Abgeordnete der Republikaner ihre Zustimmung signalisiert haben. Die jüngsten Aussagen der designierten US-Finanzministerin Janet Yellen hatten ebenso in diese Richtung gedeutet. "Wir wissen, dass ein Deal kommen wird, die Zeichen sind ziemlich klar", sagt Chef-Stratege Luca Paolini von Pictet Asset Management.

Der Markt habe sich dafür entschieden, die unmittelbaren Herausforderungen für die Wirtschaft weitgehend zu übersehen, einschließlich der steigenden Coronavirus-Neuinfektionen und der neuen Beschränkungen, heißt es. Die Einführung der Covid-19-Impfstoffe habe die Hoffnungen angeheizt, dass die Beschränkungen dann wieder aufgehoben werden, was zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung führen werde. Allerdings will Biden die Pandemie auch stärker bekämpfen als noch sein Vorgänger.


US-Daten überzeugen

Zudem stand vorbörslich ein ganzer Schwung an US-Konjunkturdaten auf der Agenda, die durchweg überzeugen konnten. So sind die wöchentlichen Erstanträge etwas stärker gesunken als erwartet. In der Vorwoche hatten diese noch enttäuscht. Die Lage der US-Industrie in der Region Philadelphia hat sich im Januar zudem stärker aufgehellt als erwartet. Der Philly-Fed-Index der Federal Reserve Bank of Philadelphia stieg auf 26,5 Punkte von 9,1 im Dezember, während Volkswirte lediglich einen Indexstand von 10,5 erwartet hatten.

Und auch die Neubautätigkeit in den USA hat sich im Dezember deutlicher ausgeweitet als von den Ökonomen erwartet. Die Zahl der Baubeginne erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 5,8 Prozent. Volkswirte hatten eine Zunahme um lediglich 0,8 Prozent prognostiziert. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen ist im Schlussmonat 2020 um 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat geklettert. Hier war dagegen ein Minus von 1,8 Prozent erwartet worden.


Alcoa und United Airlines mit Abgaben

Daneben gibt die Berichtssaison den Takt vor. Abgaben verzeichnen vor der Startglocke die Titel von Alcoa und United Airlines, die um 2,6 bzw. 2,1 Prozent nachgeben. Alcoa hat zwar im vierten Quartal dank höherer Aluminiumpreise seinen Verlust verringert und besser abgeschnitten als erwartet, das Unternehmen warnte aber, dass sich die Ertragslage wieder verschlechtern könnte, falls sich seine Absatzmärkte nicht erholten.

United Airlines hat im vierten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren und rechnet mit einer weiterhin schwachen Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie.


Dollar gibt erneut nach - Euro nach EZB wenig verändert

Nach der leichten Erholung am Vortag neigt der Dollar wieder zur Schwäche. Der Dollar-Index reduziert sich um 0,4 Prozent. Viele Analysten gehen davon aus, dass der Dollar den Abwärtstrend fortsetzen wird, durch den er im Jahr 2020 angesichts der ultralockeren US-Geldpolitik und der Hoffnung auf eine globale Erholung nach der Pandemie fast 7 Prozent verloren hat. Dazu kommt die Aussicht auf ein umfangreiches Konjunkturpaket durch die neue US-Regierung von Präsident Biden.

Der Euro reagiert kaum auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hat wie erwartet die Leitzinsen bestätigt und wird alle zuletzt verkündeten Maßnahmen fortsetzen. Und auch die laufende Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat bislang wenig Einfluss auf den Euro. Er notiert aktuell bei 1,2162 Dollar, nach 1,2146 Dollar vor der Zinsentscheidung. Lagarde wird sich wohl auch Fragen über eine implizite Politik der Zinskurvenkontrolle durch die EZB stellen müssen.

Die Ölpreise kommen nach den jüngsten kräftigen Aufschlägen zurück. Teilnehmer verweisen auf den unerwarteten Anstieg der US-Lagerdaten. Laut den Daten des privaten American Petroleum Institute (API) legten diese um 2,5 Millionen Barrel zu. In der Vorwoche war noch ein Minus von 5,8 Millionen Barrel verzeichnet worden. Nun wird auf die offiziellen Daten am Freitag gewartet. Die Aufgabe der umstrittenen Keystone XL-Pipeline nach Kanada dominiere zwar die Schlagzeilen, "doch hat dies keine Auswirkungen auf die Förderung in Kanada", merkt Analyst Helge Andre Martinsen von DNB Markets an. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 0,6 Prozent auf 53,00 Dollar, für Brent geht es 0,4 Prozent auf 55,87 Dollar nach unten.

Die "sicheren Häfen" Gold und Anleihen sind im aktuellen Umfeld nicht gefragt. Der Preis für die Feinunze fällt um 0,3 Prozent auf 1.865 Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 2,3 Basispunkte auf 1,10 Prozent.



US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,13 -1,2 0,14 -107,3
5 Jahre 0,46 2,1 0,44 -146,3
7 Jahre 0,79 2,7 0,76 -145,8
10 Jahre 1,10 2,3 1,08 -134,0
30 Jahre 1,87 4,1 1,83 -119,6

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:33 Uhr Mi, 17:40 h % YTD
EUR/USD 1,2162 +0,44% 1,2130 1,2105 -0,4%
EUR/JPY 125,88 +0,37% 125,46 125,41 -0,2%
EUR/CHF 1,0773 +0,02% 1,0782 1,0774 -0,4%
EUR/GBP 0,8864 -0,04% 0,8855 0,8871 -0,8%
USD/JPY 103,49 -0,07% 103,45 103,60 +0,2%
GBP/USD 1,3721 +0,48% 1,3698 1,3647 +0,4%
USD/CNH (Offshore) 6,4631 -0,01% 6,4623 6,4638 -0,6%
Bitcoin
BTC/USD 32.454,50 -7,29% 34.988,75 34.388,50 +11,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 53,00 53,31 -0,6% -0,31 +9,0%
Brent/ICE 55,87 56,08 -0,4% -0,21 +8,0%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.865,18 1.871,00 -0,3% -5,83 -1,7%
Silber (Spot) 25,77 25,88 -0,4% -0,10 -2,3%
Platin (Spot) 1.147,00 1.116,88 +2,7% +30,13 +7,2%
Kupfer-Future 3,67 3,64 +0,7% +0,03 +4,2%


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/

END) Dow Jones Newswires

January 21, 2021 09:04 ET ( 14:04 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.
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