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MARKT-AUSBLICK/Kaufdruck dauert an - Berichtssaison und China treiben

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Auf weiter steigende Kurse dürfen sich Anleger wohl auch in den Tagen nach Ostern freuen. Ob das auch gleich noch in der verkürzten Handelswoche nach den Feiertagen passiert, ist eher fraglich. Schließlich sind mit Schulferien und global verlängerten Wochenenden auch Entscheidungsträger abwesend, was nicht zwingend für den Aufbau neuer Positionen in dieser Zeit spricht.

Übergeordnet ist die Gemengelage aber genauso positiv wie in der Vorwoche. Ein DAX in Richtung 12.500 dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein. Denn die großen Belastungsfaktoren lösen sich weiter peu a peu in Luft auf. Vor allem die versöhnlichen Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den Bremsklotz schlechthin für die Weltwirtschaft entfernt. Und dazu kommen aus China immer häufiger bessere - oder zumindest weniger schlechter - Konjunkturzahlen als befürchtet.



Korrektur von Fehlpositionierungen dürfte weiter treiben


Die Wirtschaftslage im ersten Quartal scheint dadurch viel zu negativ eingeschätzt worden zu sein und hat bei vielen Marktteilnehmern zu falschen Positionierungen geführt. Diese sind nicht auf Anhieb wieder rückgängig zu machen. Große Investmentfonds brauchen immer noch Tage bis Wochen, um die gewünschten Stückzahlen in Einzelaktien zusammenzukaufen - vor allem, wenn auch noch andere Marktteilnehmer gleichzeitig in die gleiche Richtung agieren wollen.

Verschärft wird die Lage durch Leerverkäufe und zu hohe Gewichtungen in den falschen Sektoren. Denn statt in konjunkturfreundlichen Zyklikern wie Industrie-, Chemie- und Autowerten waren Anleger zu stark in den defensiven Branchen wie Pharma, Haushaltsgütern und Nahrungsmitteln investiert. Gleichzeitig ist auch der Pessimismus mit einer ungewohnten Hartnäckigkeit nach unten übertrieben worden: So weisen die Strategen von BofA-Merrill Lynch in ihrer aktuellen Fondsmanager-Umfrage darauf hin, dass Shorts in europäischen Aktien bereits zum zweiten Mal in Folge der weltweit am stärksten überlaufene Trade von allen seien. Die Schlussfolgerung liegt damit nahe, dass es zu einem "Short Squeeze" kommen könnte, wenn alle Anleger gleichzeitig aus diesen Positionen heraus wollen.



"Gefahr" eher auf der Oberseite


Der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, sah sich daher im Wochenverlauf bereits zu der Warnung veranlasst, dass er einen Kurssprung nach oben als eher wahrscheinlich ansehe als einen Kurseinbruch. Denn die Investoren säßen auf Bergen von Cash, die sie bislang noch nicht investiert hätten. Der plötzliche Schwenk der Notenbanker auf einen taubenhaften Kurs habe ein knapperes Angebot an guten Anlagemöglichkeiten zur Folge gehabt, was eher einen globalen "Melt-Up" in den Aktienkursen verursachen könnte, sagte Fink.

Fundamental ausgelöst worden war der Stimmungswandel durch bessere Daten aus China. Vom BIP im ersten Quartal bis hin zum Einzelhandel und der Industrieproduktion hatten sich Marktteilnehmer auf schlechtere Nachrichten eingestellt. Dazu kamen positive Aussagen aus einigen Sektoren wie zum chinesischen Automarkt, wo zum Beispiel VW mit einer Belebung im zweiten Halbjahr rechnet.



Berichtssaison mit Konjunkturbotschaft


Der Markt dürfte daher kommende Woche weiter sehr genau auf Konjunkturdaten und ähnliche Unternehmensaussagen achten. Hier stehen gewichtige Daten wie unter anderem das BIP aus den USA für das erste Quartal an. Auch auf Vorlaufindikatoren wie den Ifo-Index aus Deutschland wird geblickt. Verstärkt wird ihr Einfluss durch die in Gang kommende Berichtssaison. Denn bei aller Liebe des Marktes zu Makro-Daten und Konjunkturindikatoren ist die große Unbekannte, in welchem Umfang sich die Delle der Weltwirtschaft in die Bilanzen der Einzelunternehmen durchgefressen hat.

Anlass zu Optimismus haben erste Zahlenvorlagen bereits gegeben, die Masse vor allem der konjunktursensiblen Firmen steht aber noch aus. Mit Daimler, Continental, Bayer, SAP und Deutscher Bank geht es kommende Woche im DAX dann richtig los. Dazu legen in den USA viele für das Sentiment wegweisende Unternehmen ihre Daten vor; unter anderem Boeing, Caterpillar und Intel sowie bei den "FANG-Stocks" Amazon und Facebook.

Auch auf der Zinsseite gibt es etwas Bewegung mit fünf Notenbanksitzungen. Vor allem Japan und Kanada stehen im Blick, dazu entscheiden noch die Banken in Russland, Schweden und der Türkei. Von der wichtigeren US-Notenbank ist aber nicht viel zu erwarten. Hier zeigte im Wochenverlauf schon das Beige Book zur wirtschaftlichen Aktivität in den USA, dass sich alle zwölf beobachteten Distrikte weiter auf einem "leichten bis moderaten" Wachstumskurs befinden. Eventuelle Änderungen der lockeren US-Geldpolitik müssen daher nicht befürchtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/cln

END) Dow Jones Newswires

April 18, 2019 07:50 ET ( 11:50 GMT)

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