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Mehr Geld

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Weniger Dynamik in der Wirtschaft gegen mehr Geld aus der Gießkanne. Vor dieser Konstellation stehen seit Wochen die Märkte sowohl in New York als auch in Frankfurt. Wohin geht die Entscheidung?

 

Fed-Chef Powell kündigte gestern in einer Rede an, aus dem Feuerlöscher für den Geldmarkt eine Wasserkanone zu machen, wenn es nicht reicht. Der Feuerlöscher umfasste bislang 75 Mrd. $, zeitweise sogar 140 Mrd. $, womit der sogenannte Repomarkt in den letzten vier Wochen stabilisiert wurde. 1,3 Bio. $ gelten als Bruttorahmen. Nun sollen auch neue Bondkäufe ins Auge gefasst werden, um die Wirtschaft zu dynamisieren. Funktionieren soll dies dadurch, dass diese Liquidität zu Investitionen führt oder diese anregt. Doch das klappte in den vergangenen 8 Jahren nicht. Es ist also ein Notpflaster. Gleichwohl steht fest: Die Fed wird umfangreich direkt und indirekt nebst der Administration in  Washington dafür sorgen, dass der Wirtschaft umfangreiches Geld zur Verfügung steht. Das ist Manna für die Aktienmärkte, Wirkung vorerst offen.

 

Im EZB-Turm in Frankfurt geht es ähnlich rund. Von den 19 Mitgliedern des großen EZB-Rates, davon 6 im Direktorium, plädieren inzwischen gut zwei Drittel für eine Änderung der bisherigen Politik, die der scheidende Präsident Draghi in der letzten Sitzung noch durchgesetzt hat. Die harsche Kritik insbesondere der deutschen Finanzexperten löste diese Unruhe aus. Als neuer Italiener in der EZB wird Fabio Panetta gehandelt. Er ist ein Sonderfall in seiner rigiden Art, zu entscheiden und italienische Interessen wahrzunehmen. Voraussichtlich landet er im Direktorium. Dann wird es spannend. Negativzinsen sind keine Lösung, wie inzwischen jeder weiß. Die Schaffung von Liquidität ist bei der EZB jedoch begrenzt, weil das Material nicht ausreicht und die Wirkung konjunkturpolitisch sehr begrenzt erscheint. Wie schafft man weitere neue Liquidität?

 

Es gibt mehrere Modelle und Konstrukte, worauf hier nicht einzugehen ist. Auf die Wirkung kommt es an.

 

Sowohl Fed wie EZB werden dosiert oder umfangreich Geld schöpfen. Darin liegt zurzeit die wichtigste Stütze für die Aktienmärkte, wenn in ca. drei Wochen die Berichtssaison einen guten Blick auf die Qualität der Unternehmen erlaubt und das Leitthema Brexit mehr oder weniger erledigt wird. Die Folge lässt sich konstruieren: Mehr Liquidität allein bringt es nicht. Die wesentlichsten Korrekturen in den Wirtschaftsdaten zeigen ein mäßiges oder lahmes und sogar leicht rückläufiges Zahlengitter, jedoch ohne Dramatik. Darauf kommt es an.  Denn alleine in der Liquiditätsversorgung liegt die Entwicklung der Aktienkurse vor einem Hintergrund, der sich gut rechnen lässt. Der DAX wird zurzeit mit rd. 11,5 im KGV per 2021 eingepreist. Das ist der niedrigste Wert der letzten Jahre. Der amerikanische Dow pendelt um 15,5 bis 16 für die gleiche Laufzeit. Es ergibt sich daraus keine Über-, sondern eher eine Unterbewertung, mindestens aber eine Normalbewertung. Das reicht aus, mit viel Geld eine tragbare Plustendenz entstehen zu lassen.

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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