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Metro-Übernahme wird wahrscheinlicher

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Handelskonzern Metro könnte schon bald von osteuropäischen Investoren übernommen werden. Die zum tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky und dem Slowaken Patrik Tka gehörende EP Global Commerce VI GmbH veröffentlichte in der Nacht zu Samstag ein Angebot zur Übernahme sämtlicher Stamm- und Vorzugsaktien des Konzerns, das Metro ausführlich prüfen will. Für die Stämme bietet EP 16,00 Euro und für die Vorzüge 13,80 Euro.

Update: Eine Übernahme wird wahrscheinlicher. Kretinsky habe die ihm bereits im September eingeräumte Möglichkeit zur Übernahme eines weiteren Metro-Aktienpaktes aus dem Besitz von Ceconomy -2,92% genutzt, teilte der Elektronikhändler Ceconomy am Montag mit. Der Vollzug der Transaktion, durch die weitere 5,4 Prozent der Metro-Aktien in den Besitz von Kretinskys Firma EP Global-Commerce übergehen, werde für die kommenden Tage erwartet.

Im August 2018 war der Milliardär bei dem schwächelnden Großhändler Metro eingestiegen. Inzwischen hat sich EP über Aktienkäufe und Kaufoptionen den Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Anteile gesichert. Am Freitagabend unterbreitete Kretinsky dann den Metro-Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot. EP bietet für die Stammaktien der Metro AG 16,00 Euro und für die Vorzugsaktien 13,80 Euro.

Das Angebot liegt damit zwar deutlich über dem Kurs der Metro-Aktie vor dem Bekanntwerden des Kretinsky-Einstiegs, aber nur geringfügig über dem letzten Börsenkurs am Freitag. Der Metro-Konzern sprach am Sonntag denn auch von einer erheblichen Unterbewertung und riet seinen Aktionären zunächst von einem Verkauf ihrer Anteilsscheine ab. Die Hoffnungen der Börse auf eine Nachbesserung des Angebots sind aber offenbar gering. Die Metro-Stammaktie notierte am Montag mehr oder weniger auf dem Niveau des Kretinsky-Angebots. Die Vorzugsaktie nur wenig darüber.

Metro-Großaktionär Haniel bekräftigte am Montag, sein verbliebenes Paket von 15,2 Prozent der Metro-Aktien im Rahmen des Übernahmeangebots an Kretinsky verkaufen zu wollen. Ein Unternehmenssprecher betonte, Haniel halte den Preis für "äußerst fair und angemessen" und unterstütze die Pläne von Kretinsky.

Der Milliardär plant nach eigenen Angaben die volle operative Kontrolle über die Metro zu übernehmen, um eine "klare Wachstumsstrategie" verfolgen zu können. Er macht sein Übernahmeangebot deshalb davon abhängig, dass er genügend Aktien angeboten bekommt, um einen Beherschungs- und Gewinnabführungsvertrag abzuschließen. Dazu sind 75 Prozent des auf der Hauptversammlung vertretenen Kapitals notwendig.

Der Markt feierte am Montag die Übernahmeofferte. Einige Anleger setzen wohl sogar darauf, dass Großaktionär EP Global Commerce sein Angebot an die übrigen Anteilseigner noch aufstocken wird. Denn die Metro-Führung sprach von einer erheblichen Unterbewertung und riet ihnen, zunächst von einem Verkauf ihrer Aktien abzusehen. Ob die Hoffnung auf einen höheren Preis gerechtfertigt ist, darüber gehen die Analysteneinschätzungen allerdings auseinander.

Die Metro-Stammaktien +0,43%, die im Index der mittelgroßen Werte MDax +1,77% notiert sind, sprangen zu Handelsbeginn bis auf 16,35 Euro hoch und waren damit so viel wert wie zuletzt im Februar 2018. Am Nachmittag stand noch ein Plus von knapp drei Prozent auf 15,77 Euro zu Buche. Die in keinem wichtigen Index gelisteten Vorzugsaktien +0,78% behaupteten nach einem Anstieg bis auf 14,50 Euro zuletzt noch einen Wertzuwachs von 8,5 Prozent auf 14,10 Euro.

Metro betrieb im vorigen Herbst 771 Märkte in 26 Ländern - davon waren 103 Standorte in Deutschland. Das Unternehmen ringt unter anderem mit Problemen bei der Supermarktkette Real und zurückgehenden Umsätzen in Russland. Die Metro AG +0,43% war 2017 aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen, der andere Teil ist Ceconomy als Holdinggesellschaft der Elektronikeinzelhändler Media Markt und Saturn.

Im letzten Quartal hatten Abschreibungen auf Real den Handelskonzern tief ins Minus gedrückt. Metro will die Supermarkttochter zwar loswerden und spricht exklusiv mit einem Konsortium um den Hamburger Immobilienkonzern Redos. Aber bis jetzt gibt es noch keinen Verkaufsvertrag. "Der Verkaufsprozess von Real läuft unbeeinflusst von den gegenwärtigen Entwicklungen planmäßig und geordnet weiter", betonte eine Metro-Sprecherin.

Mit Material von dpa-AFX
12-Monats-Chart Metro St. (in Euro, Xetra)
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