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XETRA-SCHLUSS/DAX unter 12.000 - Rezession und Handelsstreit belasten

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Eine Welle von Hiobsbotschaften hat den deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte abstürzen lassen. Die Angst vor einem Handelsstreit zwischen den USA und Europa verschärfte die Sorgen über die schwachen US-Konjunkturdaten dieser Woche. Der DAX stürzte um fast 340 Punkte ab und durchbrach erstmals seit Anfang September wieder die 12.000er-Marke. Denn mit dem ISM-Index der Industrie hatte am Vortag nach dem Chicago-Einkaufsmanager-Index am Montag gleich das zweite wichtige Konjunktur-Barometer hintereinander kräftig enttäuscht. Die Rezession in der Industrie wegen des US-China-Streits nimmt nun globale Ausmaße an.


WTO weckt Angst vor Handelsstreit

Frisches Öl ins Feuer gossen die Strafen der Welthandelsorganisation WTO wegen der Airbus-Sanktionen. Dies weckte die Furcht vor einer Ausweitung des US-Handelsstreits nun auch gegen die EU. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Eric Schweitzer, warnte sofort danach: "Die deutschen Unternehmen blicken daher äußerst besorgt auf die neue Eskalation der transatlantischen Zollspirale". Zu der Welle schlechter Nachrichten in den USA kam ein Absatzeinbruch von 5 Prozent beim US-Autohersteller Ford im dritten Quartal. Dazu zeigten nun auch die ADP-Arbeitsmarktdaten für den privaten Sektor, dass auch das Wachstum bei der Schaffung neuer Stellen in den USA nachlässt.

Entsprechend geschockt zeigte sich der exportlastige DAX und brach um 2,8 Prozent ein auf 11.925 Punkte. Am Vortag hatte er noch unter der 12.500er-Marke notiert. Am Donnerstag findet feiertagsbedingt kein Handel statt.

Die Rezessionsangst spiegelte sich vor allem bei den Konjunkturzyklikern: VW fielen um 3 Prozent, Daimler um 2,5 Prozent und BMW um 1,9 Prozent. Bei den Chemiewerten brachen Covestro um 4,6 Prozent, BASF um 2,3 Prozent und Bayer um 3 Prozent ein. Heidelbergcement verloren 4,9 Prozent und Linde 4,6 Prozent, aber auch die stark US-abhängigen Adidas fielen um 4,8 Prozent und FMC um 3 Prozent. Sämtliche Aktien im DAX schlossen im Minus.

Belastend wirkten auch Aussagen der Deutsche-Bank-Strategen, dass der DAX trotzdem noch zu teuer sei. Denn die schwachen Einkaufsmanager-Indizes rund um den Globus würden die Aktienmärkte "deutlich überbewertet" aussehen lassen, vor allem im DAX, der 20 Prozent zu teuer sei. Auch das Thema "Brexit" belastete: Der britische Premierminister Boris Johnson betonte, der 31. Oktober stehe als Austrittsdatum weiterhin fest.


Grenke startet die Berichtssaison

Zu den wenigen Aktien im Plus zählten Grenke, die nach starken Zahlen um 5,2 Prozent stiegen. Das Neugeschäft im Bereich Leasing war fast um 22 Prozent gestiegen, entsprechend erhöhte Grenke auch die Prognose. Drägerwerk sprangen um 6,5 Prozent dank der Ankündigung eines Aktienrückkaufs.

Airbus fielen um 2,0 Prozent. Wegen angeblich unrechtmäßiger Subventionen für den Flugzeugbauer erlaubt die WTO den USA, Strafzölle von bis zu 7,5 Milliarden Dollar gegen Europa zu verhängen. Bundeskanzlerin Merkel bedauerte dies, will aber zunächst die Reaktion der US-Administration abwarten.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 95,6 (Vortag: 78,8) Millionen Aktien im Wert von rund 4,23 (Vortag: 3,36) Milliarden Euro. Es gab 30 Kursverlierer.



INDEX zuletzt +/- % +/- % YTD
DAX 11.925,25 -2,76% +12,94%
DAX-Future 11.925,00 -2,81% +12,90%
XDAX 11.938,00 -2,43% +12,83%
MDAX 25.117,53 -2,11% +16,35%
TecDAX 2.720,57 -2,51% +11,04%
SDAX 10.754,48 -1,98% +13,10%
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 173,92 1


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/ros

END) Dow Jones Newswires

October 02, 2019 11:57 ET ( 15:57 GMT)

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