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Anleihen - Basiswissen

Welche Anleihen-Formen gibt es?

Neben den klassischen Anleihenarten hat es in den vergangenen Jahren zahlreiche Finanzinnovationen gegeben, so dass es heute eine Reihe neuer Anleihen-Formen gibt.

  • Standard-Anleihe (Festzinsanleihen oder auch Straight Bonds). Sie bietet dem Anleger eine feste Verzinsung (Kupon) über die gesamte Laufzeit. Sie ist eine der häufigsten Anleiheformen.


  • Nullkupon-Anleihe (Zerobond) Es handelt sich bei um eine Anleihe, die ohne Zinskupon ausgestattet ist. Der Anleger verdient bis zum Laufzeitende an der Differenz zwischen Rückzahlungskurs und Emissionskurs. Der Emittent gibt daher den Zerobond meist mit einem hohen Abschlag, also unter pari, dass heißt unter dem Nennwert, und zahlt bei Fälligkeit die Anleihe zu 100 Prozent, also zu pari zurück.


  • Tilgungsanleihe (Auslosungsanleihe) Anleihen mit einem festen Kupon deren Nennwert der Emittent allerdings nicht wie bei den Standard-Anleihe vollständig am Laufzeitende zurückbezahlt, sondern über einen bestimmten Zeitraum. Der Emittent legt in der Regel eine tilgungsfreie Zeit fest, danach wird regelmäßig verlost, welcher der Anleihen-Inhaber sein Geld zurückbezahlt bekommt.


  • Annuitäten-Anleihe Es handelt sich dabei um eine Anleihen-Art, bei der der Emittent die Rückzahlung in gleichen Beträgen bis zum Laufzeitende vornimmt. Die Rückzahlungsbeträge errechnen sich sowohl aus dem Kupon als auch einem Teil der Tilgung.


  • Perpetuals Eine Sonderform der Anleihen sind die Perpetuals, oder Anleihen ohne Laufzeitbegrenzung (Immer-Währende-Anleihen). Der Emittent, meist ein Staat, zahlt (tilgt) das eingesetzte Kapital nie zurück. Der Anleger profitiert ausschließlich durch die Zinszahlungen (Kupon). Perpetuals waren eine beliebte Anleihenform in Frankreich nach der Französischen Revolution.
    Es gibt auch Zero-Perpetuals, die eine Kombination aus Nullkuponanleihen und Perpetuals sind. Der Emittent zahlt den eingesetzten Betrag nie zurück, einen Kupon gibt es nicht. Der Anleger verschenkt quasi sein Kapital.


  • Anleihe mit variablem Nominalzins (Floater) Anleihen, die den Anleger vor Zinsveränderung schützt, sind Anleihen mit einer variablen Verzinsung (Floating Rate Note). Die Verzinsung wird während der Laufzeit dem Kapitalmarktzins angepasst. Dabei orientiert sich der Emittent an den Geldmarktsätzen wie dem LIBOR (London Interbank Offered Rate) oder dem europäischen Referenzzinssatz EURIBOR (European Interbank Offered Rate). Bei einigen Varianten orientiert sich der Zinssatz auch an den Renditen von kurzfristigen Schuldverschreibungen wie Schatzwechsel oder T-Bills oder an Indikatoren wie die Inflationsrate. So genannte Floors sind Anleihen mit variablem Zinskupon und einer Zinsuntergrenze. Caps sind mit einer Zinsobergrenze ausgestattet. Als Variante sind die Mini-Max-Floater sowohl mit einer Zinsobergrenze als auch mit einer Zinsuntergrenze ausgestattet.


  • Stufenzinsanleihen Steigt der Zins mit der Laufzeit, wobei der Emittent die so genannte Zinstreppe vor Laufzeitbeginn festlegt, wird Stufenzinsanleihe genannt. Das bekannteste Beispiel ist der Bundesschatzbrief.


  • Anleihen mit Step-Up-Kupon Ein wichtiger Einflussfaktor auf Kursentwicklung und Rendite ist die Bonität. Anleger können sich vor Veränderungen der Bonität durch Anleihen mit Step-Up-Kupons schützen. Bei diesen Anleihen orientiert sich die Höhe der Zinszahlung an den Bonitätseinstufungen (Ratings) von Rating-Agenturen wie Moody's, Standard & Poor's oder Fitch. Verändert sich das Rating des Emittenten oder der Anleihe während der Laufzeit, steigt oder fällt jeweils der Zins-Kupon.


  • Inflationsgebundene Anleihe (Inflation-Linked-Bond). Eine steigende Inflation führt in der Regel zu einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen. Das kann die Anleihenkurse unter Druck setzen. Inflationsgebundene Anleihen bieten dem Anleger einen Schutz gegen das Inflationsrisiko. Bei diesen Anleihevarianten wird der Nominalwert innerhalb eines bestimmten Zeitraums der Inflation entsprechend angepasst. Zur Orientierung dient in den meisten Fällen der Consumer Price Index oder entsprechende Indizes.

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