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Anleihen - Basiswissen

Welchen Einfluss hat die Bonität auf Anleihen?

Zwar gelten Anleihen im allgemeinen als sichere Geldanlagen, doch es bestehen tatsächlich nicht unerhebliche Risiken. Neben einem Kurs- und Zinsrisiko besteht auch die Gefahr, dass ein Emittent (Schuldner) seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und Zinsen oder sogar das geliehene Kapital nicht zurückzahlen kann. Die Kreditwürdigkeit wird auch als Bonität bezeichnet. Diese Bonität wird von speziellen Rating-Instituten (Moody's, Standard & Poor's, Fitch) festgestellt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Kreditwürdigkeit findet Niederschlag in der Höhe der Rendite. Eine Faustregel sagt: Je höher die Rendite, um so schlechter ist die Bonität.

Möchte sich ein Emittent mit einer schlechten Kreditwürdigkeit Geld leihen, muss er den Anlegern (Gläubigern) als Gegenleistung höhere Zinsen für das erhöhte Risiko eines Zahlungsausfalls bieten. Anleihen mit einem sehr hohem Bonitätsrisiko werden auch als Junk Bonds (Schrott-Anleihen) bezeichnet. Sie bieten zwar sehr hohe Renditen, sie ist jedoch eine hochspekulative Anlageform.
Umgekehrt sieht der Emittent mit einer sehr guten Bonität wie die USA oder auch Deutschland nicht die Notwendigkeit, den Anlegern hohe Zinsen anbieten zu müssen. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls, ist die Bonität sehr gut.

Die Bonität einer Anleihe bestimmt die Zinsabweichung zu so genannten Referenz-Anleihen (Benchmark). Häufig gelten Staatsanleihen mit der höchsten Bonitätsstufe, also der geringsten Ausfallwahrscheinlichkeit, als Referenzanleihe. Die Zinsdifferenz zwischen einer Anleihe niedriger Bonität mit einer Referenzanleihe vergleichbarer Laufzeit, wird als Credit-Spread bezeichnet. Sie ist quasi die Risikoprämie, die der Emittent dem Käufer einer Anleihe im Vergleich zu einer Anleihe eines Emittenten mit einer erstklassigen Bonität bezahlen muss. Diese drückt sich entweder in Aufschlägen auf die aktuellen risikolosen Zinsen aus oder in Abschlägen im Preis. Diese Risikoprämie ist sozusagen die Versicherung, die der Emittent dem Anleger zahlt um das Risiko abzudecken, dass er zahlungsunfähig wird.

Eine Veränderung der Bonität beeinflusst daher auch den Kursverlauf einer laufenden Anleihe. Verbessert sich die Bonität einer Anleihe durch eine Heraufstufung durch eine Rating-Agentur, steigt generell der Kurs der Anleihe durch eine erhöhte Nachfrage durch die Anleger. Umgekehrt sinkt die Rendite der Anleihe. Auf der anderen Seite führt eine Herabstufung der Bonität zu einem Kursrückgang der Anleihe und einem Anstieg der Rendite. Kommt es tatsächlich zu einem Zahlungsausfall wie in den vergangenen Jahren bei Argentinien fällt der Anleihenkurs auf ein Niveau von 20 Prozent des Nennwerts oder darunter.

Daher gilt generell: Je höher die Rendite, desto höher ist auch das Risiko. So zeigt etwa ein hoher Nominalzinssatz bei ausländischen Anleihen möglicherweise eine vergleichsweise niedrige Bonität des herausgebenden Landes. Tatsächlich kann bei einem sehr hohen Nominalzins auch der Ausfall eines Emittenten, also einem Unternehmen oder einem Land, und damit der Totalverlust bei risikoreichen Anleihen nicht ausgeschlossen werden.

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