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Rohstoffe - Basiswissen

Was ist der Unterschied zwischen Future-Markt und Spot/Kassa-Markt?

Neben den Future-Märkten gibt es natürlich auch einen so genannten Kassa- oder Spot-Markt. Die dortigen Notierungen beziehen sich auf die sofortige Auslieferung der betreffenden Rohstoffe. Sofort meint in diesem Zusammenhang (zumindest in Deutschland) eine Frist von maximal zwei Börsentagen. Häufig entwickeln sich Kassa- und Future-Kurs parallel, wobei dies nicht unbedingt der Fall sein muss. Es ist durchaus möglich, dass die Notierungen am Spot.Markt rückläufig sind, während die Preise für das identische Handelsgut an den Terminmärkten anziehen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Spot-Märkte bei Rohstoffen für Anleger nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung haben, weil Rohstoffe – wie gesehen – primär als Futures gehandelt werden und auch entsprechende Zertifikate fast immer die Futures als Underlying aufweisen.

Für sehr professionell agierende Akteure können die Preis-Differenzen an den beiden Märkten mitunter zu risikolosen Arbitragegeschäften nutzen und damit sichere Gewinne erzielen. Stellen Sie sich vor der Kassapreis für eine Feinunze Gold liegt bei 780 US-Dollar, der Future mit genau einjähriger Restlaufzeit notiert hingegen bei 850 US-Dollar und der Zinssatz für einen einjährigen Kredit beträgt vier Prozent. Nimmer der Investor jetzt ein Darlehen über 78.000 US-Dollar auf, kauft dafür am Spot-Markt 100 Unzen Gold und verkauft gleichzeitig einen Gold-Future (100 Unzen) mit Fälligkeit in einem Jahr.

Über den Verkauf eines Gold-Futures (Short) – welcher ja die unbedingte Verpflichtung zum Inhalt hat, getreu dem Zahlenbild unseres Beispiels 100 Feinunzen Gold zu 800 US-Dollar pro Feinunze bei Fälligkeit in einen Jahr zu verkaufen – wird der Wiederverkaufspreis von 85.000 US-Dollar für die auf Kredit gekauften 100 Feinunzen Gold kassa (Long) bereits heute verbindlich festgeschrieben. Bei Fälligkeit des Futures in genau einem Jahr werden dann wie geplant 100 Feinunzen tatsächlich gegen den fälligen Short-Gold-Futureskontrakt angedient. Der aus dem Verkauf des physischen Goldes erzielte Erlös beträgt hiernach folglich genau 85.000 US-Dollar. Gleichzeitig wird aus dem Verkaufserlös der Geldkredit inkl. Zinsen über insgesamt 78.000 US-Dollar × 1,04 = 81.120 US-Dollar zurückgestellt. Im Ergebnis verbleibt dem Arbitrageur nach einem Jahr ein risikoloser Gewinn von per saldo 3.880 US-Dollar aus seiner Arbitragetransaktion. Diese Vorgehensweise bezeichnet man als „cash-and-carry-arbitrage“ (kaufe kassa, verkaufe futures). Leider jedoch lässt sich diese Strategie nur von überaus erfahrenen Marktteilnehmern umsetzen.

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