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Dividenden-Schock für Bayer-Aktionäre: Weniger geht nicht

Dividenden-Schock für Bayer-Aktionäre: Weniger geht nicht

20.2.2024 07:57:00 | Quelle: finanztreff.de | Lesedauer etwa 2 min.

Bayer hat eine drastische Dividendenkürzung um 95 Prozent angekündigt. Um die finanzielle Stabilität zu verbessern und Schulden abzubauen, wird die Dividende für drei Jahre auf das gesetzliche Minimum gekürzt. Die Aktie kennt im frühen Handel am Dienstag keine klare Richtung.

Die neue Ausschüttung pro Aktie sinkt auf elf Cent, verglichen mit zuvor 2,40 Euro. Diese Entscheidung folgt den finanziellen Belastungen aufgrund der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018, welche eine erhöhte Schuldenlast von über 38,7 Milliarden Euro und zahlreiche Rechtsstreitigkeiten, insbesondere bezüglich des Herbizids Roundup, mit sich brachte. Die Kürzung soll Bayer ermöglichen, jährlich etwa 2,3 Milliarden Euro über die nächsten drei Jahre einzusparen, um Schulden abzubauen und die finanzielle Flexibilität zu verbessern.

Innerhalb des Unternehmens werden betriebliche Veränderungen angestrebt, darunter eine schnellere Entscheidungsfindung, der Abbau von Managementebenen und Stellen. Zudem läuft eine Überprüfung der Strategie für die Hauptabteilungen Pflanzenwissenschaft, Pharmazeutika und Verbrauchergesundheitsprodukte. Bayer sieht sich weiterhin mit rechtlichen und kommerziellen Herausforderungen konfrontiert, darunter bis zu 16 Milliarden Dollar für die Beilegung von Roundup-Rechtsstreitigkeiten und anhaltenden Klagen. Die Situation wird durch sinkende Preise für Agrarrohstoffe und den bevorstehenden Patentablauf von pharmazeutischen Bestsellern verschärft.

Expertenmeinungen

Laut Michael Shah, Pharmaanalyst bei Bloomberg Intelligence, entspricht die vorgeschlagene Dividende einer Ausschüttungsquote von nur zwei Prozent, verglichen mit der in früheren Jahren gezahlten Rate von 30 bis 40 Prozent und einem Konsens von 35 Prozent. „Obwohl die Kürzung keine völlige Überraschung ist, wird ihr Ausmaß die Stimmung wahrscheinlich noch weiter dämpfen“, so der Experte. 

Für Analystin Emily Field von Barclays ist es eine der plausibelsten Optionen, die Bayer habe, um die Bilanzprobleme anzugehen.

Das macht die Bayer-Aktie

Die Bayer-Aktie schwankt im frühen Handel auf Tradegate. Anfangs klar im Minus pendelt sie nun um ihren Vortagesschluss auf Xetra bei 28,90 Euro (mit Material von dpa-AFX).


von Sarina Rosenbusch



Hinweis auf Interessenskonflikte

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der alleinigen Gesellschafterin der finanztreff GmbH, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.