Die Aktie von Atos SE hat am Montag drastisch an Wert verloren und ist innerhalb weniger Stunden um über 22 Prozent gefallen. Der Kurseinbruch spiegelt die aktuellen finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens wider, das derzeit Rettungsangebote prüft und Verhandlungen mit Gläubigern führt, um eine baldige Restrukturierung zu ermöglichen.
**Dramatischer Kurssturz von Atos SE**
Am Montag erlebte die Aktie von Atos SE einen signifikanten Kurssturz. Am Nachmittag fiel der Kurs des französischen IT-Unternehmens um 22,3 Prozent auf 1,40 Euro. Dieser Rückgang verdeutlicht die finanziellen Herausforderungen, denen sich Atos derzeit gegenübersieht.
**Rettungsangebote und Verhandlungen**
Atos prüft aktuell zwei Rettungsangebote, eine Entscheidung soll bis Mittwoch, den 5. Juni 2024, fallen. Die beiden Angebote stammen vom tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky und David Layani, einem bedeutenden Aktionär von Atos. Beide Vorschläge sehen eine Schuldenreduktion vor und würden zu einer „massiven Verwässerung“ der bestehenden Aktionäre führen. Parallel arbeitet Atos mit seinen Finanzgläubigern zusammen, um maximale Unterstützung für einen der beiden Deals sicherzustellen. Ziel ist es, im Juli eine endgültige Vereinbarung zur Restrukturierung zu erreichen.
**Frühere Verhandlungen und Regierungseinfluss**
Frühere Gespräche über den Verkauf von Unternehmensbereichen an Daniel Kretinsky und Airbus blieben erfolglos. David Layanis IT-Beratungsunternehmen Onepoint hielt ab Dezember 2023 über elf Prozent der Atos-Aktien und Stimmrechte, was seine Rolle in den aktuellen Verhandlungen besonders relevant macht. Zudem erwog die französische Regierung im April möglicherweise Teile von Atos zu übernehmen, da das Unternehmen mehrere sensible Verträge mit französischen Behörden und dem Militär hat und für die Daten- und Cybersicherheit bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 verantwortlich ist.
Die Zukunft von Atos hängt nun von der Entscheidung ab, welches Rettungsangebot angenommen wird. Den Aktionären stehen herausfordernde Zeiten bevor, da eine „massive Verwässerung“ ihrer Anteile unvermeidlich erscheint.