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Volkswagen: Die schweren Folgen der 11-Milliarden-Euro-Lücke

Volkswagen: Die schweren Folgen der 11-Milliarden-Euro-Lücke

14.11.2025 08:55:00 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 2 min.
Volkswagen spürt die Folgen der wegbrechenden Gewinne. Medienberichten zufolge verschiebt der Aufsichtsrat die wichtige Investitionsplanung, weil dem Autobauer für das kommende Jahr elf Milliarden Euro fehlen. Die Folgen reichen weit: Werke, Modelle und Technologien sind betroffen.

Der Aufsichtsrat wollte am Freitag über das neue Investitionspaket entscheiden. Doch wie die Bild mit Verweis auf Insider berichtet, fehlt Klarheit über die Kassenlage. Rund elf Milliarden Euro fehlen nach internen Rechnungen im kommenden Jahr. Die Planung, sonst Herzstück der Konzernstrategie, rutscht damit ins Risiko.

Ohne feste Budgets können Zulieferer nicht planen. Entwicklungsprogramme geraten ins Stocken. Selbst laufende Umrüstungen in den rund 100 Werken stehen auf der Kippe. Der Audi Werksbau in den USA gilt bereits als kaum umsetzbar.Die Ursachen sind längst bekannt: Einem Konzernmanager zufolge kosten die Zölle beim Export in die USA mehrere Millionen pro Woche. Dazu schwächelt der Absatz in China – dem nach wie vor wichtigsten Einzelmarkt. Parallel finanziert Volkswagen die teure Entwicklung von Verbrennern und Elektromobilität.

Für die kommenden fünf Jahre stehen zwar rund 160 Milliarden Euro zur Verfügung, doch jede Marke kämpft um ihr Stück. Eine Sondersitzung im Dezember könnte Klarheit über die Investitionen bringen. Es könnte aber noch schlimmer kommen: Andere hochrangige Vertreter halten Verzögerungen bis ins Frühjahr für möglich. Je länger die Unsicherheit, desto größer die Gefahr eines Stillstands in zentralen Projekten.

Der Konzern versucht dem gegenzusteuern. Volkswagen und die Gewerkschaft haben ihre Verhandlungen über ein neues Entgeltsystem um sieben Wochen vorgezogen. Das Gesamtvolumen soll um sechs Prozent sinken. Das Paket ist Teil des Sanierungsprogramms, das den Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 und jährliche Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Euro vorsieht. Spürbar wurde es bereits durch gestrichene Boni und ausbleibende Erhöhungen.
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