LONDON (dpa-AFX) - Knapp 41.500 Migranten haben im vergangenen Jahr in kleinen Booten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überquert. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Zahlen des Innenministeriums in London. Es ist die zweithöchste Zahl, die je erfasst wurde. Nur 2022 lag sie mit knapp 45.800 Menschen noch höher. Einen Großteil des Jahres waren die monatlichen Zahlen auf Rekordkurs, doch zuletzt verringerte sich das Aufkommen.
Trotzdem steht die Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer enorm unter Druck, die gefährlichen Überfahrten zu stoppen. Durch ein Abkommen mit Frankreich über die Rücknahme von Migranten sowie durch engere Abstimmung mit Deutschland und anderen Ländern beim Vorgehen gegen Schleuserbanden wollten die Sozialdemokraten der Angelegenheit Herr werden. Doch Erfolge lassen bislang auf sich warten.
Der Rechtspopulist Nigel Farage, dessen Partei Reform UK seit Monaten die Umfragen anführt, geißelte die Bemühungen der Regierung als "komplettes Desaster" und als "Farce". Der innenpolitische Sprecher der Konservativen Partei, Chris Philp, forderte den Austritt aus der Europäischen Menschenrechtskonvention als "einzigen Weg, um effektiv zu handeln"./cmy/DP/zb