FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Start in das Börsenjahr 2026 ist dem deutschen Aktienmarkt geglückt. Mit einem Anstieg bis auf rund 24.677 Punkte nahm der Dax am Freitag zeitweise Kurs auf das Rekordhoch vom Oktober bei 24.771 Punkten und knüpfte an sein starkes Jahr 2025 mit einem Gewinn von 23 Prozent an. Am Nachmittag gewann der Leitindex 0,30 Prozent auf 24.565 Zähler. Top-Wert waren die Anteile des Triebwerkherstellers MTU mit einem Plus von über 3 Prozent.
Allzu viel ist am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende allerdings noch nicht los. Viele Investoren sind noch in der Pause rund um den Jahreswechsel. Das Geschehen am Markt dürfte daher erst ab der kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen.
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitag 0,86 Prozent auf 30.880 Zähler. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, stieg auf ein Rekordhoch und stand zuletzt 0,7 Prozent höher bei 5.832 Punkten. In London ließ der FTSE 100 erstmals in seiner Geschichte die runde Marke von 10.000 Punkten hinter sich.
Der europäische Rohstoffsektor setzte seinen Aufwärtstrend fort. Gold und Silber blieben nach ihren Rallys 2025 gefragt. Technologiewerte gewannen ebenfalls deutlich. Im MDax zogen etwa Aixtron um 10 Prozent an. Gute Vorgaben kamen aus Asien: Dort profitierten Baidu von einem geplanten Börsengang der Halbleitersparte und die Aktien von Samsung Electronics waren so teuer wie nie zuvor.
Mit Blick auf 2026 sind Experten durchaus zuversichtlich. Laut dem Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, stehen die Chancen gut, dass 2026 eine Kopie des Vorjahres mit einer positiven Entwicklung am Aktienmarkt wird. In Europa sollten die Wachstumsimpulse zunehmen, schrieb er. "Die gegenwärtigen weltweiten politischen Disruptionen haben der Wirtschaft weniger zugesetzt als befürchtet. Teilweise, weil die US-Zölle am Ende nicht so hoch ausgefallen sind wie zu Beginn erwartet, teilweise weil Unternehmen in einer Marktwirtschaft über erhebliche Anpassungsfähigkeiten verfügen, so Kater.
Neben dem Dauerbrenner Künstliche Intelligenz (KI) - hier befürchten Beobachter eine deutlichere Kurskorrektur in absehbarer Zeit - bleiben geopolitische Krisenherde im Fokus. In Europa lässt im Ukraine-Krieg ein echter Durchbruch weiterhin auf sich warten. In Amerika sorgt das Vorgehen der USA gegenüber Venezuela für Anspannung und in Asien könnte 2026 der China-Taiwan-Konflikt stärker zum Thema werden.
Deutsche Stahlaktien wie Salzgitter und Thyssenkrupp waren auch zum Auftakt 2026 gefragt. Salzgitter schnellten um 7,6 Prozent hoch, Thyssenkrupp gewannen 3,7 Prozent. Beide Aktien profitierten im vergangenen Jahr von der Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft sowie von Schutzmaßnahmen der EU-Kommission für Europas Stahlwirtschaft, die unter Billigimporten von staatlich subventioniertem China-Stahl leidet. Der Rüstungsboom sorgte zusätzlich für positive Impulse.
Bei Salzgitter kommt der starke Lauf der Aurubis -Aktien hinzu, Salzgitter hält an dem Kupferkonzern fast 30 Prozent. Die Hamburger Kupferhütte profitiert von der hohen Nachfrage nach dem Industriemetall, das für den Ausbau der Alternativen Energien, die Elektromobilität sowie die Künstliche Intelligenz unerlässlich ist. Die Papiere erreichten direkt zum Jahresstart ein Rekordhoch. Zuletzt gewannen Aurubis noch 1,6 Prozent./ajx/he