Die Chip-Branche bleibt auch im frisch angebrochenen Jahr das Maß aller Dinge an der Wall Street. Die Experten der Bank of America haben in einer aktuellen Studie ihre Favoriten gekürt und lassen dabei keine Zweifel aufkommen, dass Anleger den Fuß auf dem Gaspedal lassen sollten. Vor allem Nvidia, Broadcom und AMD führen die Liste der Top-Picks an. Die Analysten bleiben konstruktiv für Halbleiter aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz sowie für Speicher- und Equipment-Aktien, auch wenn zeitweise mit einer höheren Volatilität zu rechnen ist. Ein besonderer Fokus liegt in dieser Woche auf der Technik-Messe CES, die neue Wachstumsimpulse in den Bereichen Robotik und Edge AI liefern könnte. Angesichts von Investitionsausgaben der großen Cloud-Anbieter in Höhe von rund 600 Milliarden Dollar bleibt das Thema künstliche Intelligenz das alles beherrschende Motiv.
Besonders Nvidia wird von den Experten als das am besten positionierte Unternehmen der gesamten Gruppe hervorgehoben. Die jüngsten Übernahmen, wie etwa die des Software-Spezialisten SchedMD, vertiefen den Wettbewerbsvorteil des Konzerns massiv. „Nvidias Produkt-Roadmap und die jüngsten Akquisitionen unterstreichen die Strategie, den gesamten KI-Stack zu optimieren“, erklären die Analysten der Bank of America. Von der Netzwerktechnik über spezialisierte Inferenz bis hin zum Management von GPU-Workloads deckt der Konzern mittlerweile die gesamte Wertschöpfungskette ab. Ein oft unterschätzter Faktor sei zudem die extrem enge Abstimmung innerhalb der Lieferkette, die Nvidia einen entscheidenden Vorteil gegenüber internen Chip-Lösungen der Tech-Giganten verschafft.Während Nvidia thront, schickt sich ein alter Riese an, den Boden unter den Füßen zurückzugewinnen. Intel wurde von Melius Research von Halten auf Kaufen hochgestuft, wobei das Kursziel auf 50 Dollar angehoben wurde. Analyst Ben Reitzes verweist dabei auf den kommenden 14A-Nodes, eine neue Chip-Generation für das Jahr 2027. Er sieht eine gute Chance, dass Schwergewichte wie Apple oder sogar Nvidia selbst bis zum Jahr 2028 eine Produktion auf diesen Nodes in Betracht ziehen könnten. Zudem werden die exzellenten Geschäftsbeziehungen von Intel-Chef Lip-Bu Tan zur US-Regierung unter Donald Trump sowie zu Branchengrößen wie Jensen Huang als strategischer Joker gewertet. Die Aktie von Intel hat im vergangenen Jahr bereits um 84 Prozent zugelegt und könnte 2026 durch die steigende Nachfrage im Foundry-Bereich weiteren Rückenwind erhalten.