Mercedes-Benz bringt sein neues Assistenzsystem MB.Drive Assist Pro in die USA, das den Alltag im Stadtverkehr spürbar verändern soll. Der Autobauer kombiniert Navigation mit teilautomatisiertem Fahren und setztauf eine klare Abgrenzung zu Robotaxi-Visionen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei auch Nvidia.
Mercedes-Benz treibt das automatisierte Fahren in den USA voran. Auf der CES in Las Vegas stellte der Konzern mit dem MB.Drive Assist Pro ein neues Fahrassistenzsystem vor, das Navigation und SAE-Level-2-Assistenz kombiniert. Ziel ist eine teilautomatisierte Fahrt von Tür zu Tür im Stadtverkehr. Der Fahrer darf dabei die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber jederzeit aufmerksam bleiben und eingreifen können.
Per Knopfdruck navigiert das System vom Parkplatz bis zum Ziel. Mercedes setzt dabei auf einen sogenannten kooperativen Lenkansatz: Der Fahrer kann Lenkanpassungen vornehmen, ohne das System zu deaktivieren, bleibt aber jederzeit in der Verantwortung. Ein autonomes Fahren ohne Sicherheitsfahrer ist ausdrücklich nicht vorgesehen.Technisch greift Mercedes dafür auf rund 30 Sensoren zurück, darunter Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren. Die Auswertung übernimmt ein Hochleistungsrechner mit einer Rechenleistung von bis zu 508 TOPS (Tera Operations per Second; beschreibt, wie viele Billionen Rechenoperationen ein Chip pro Sekunde ausführen kann). Herzstück dafür ist ein KI-Chip von Nvidia, auch die Software „Drive AV“ stammt von dem US-Konzern. Der neue CLA wird das erste Modell sein, das das System in den USA erhält. Für eine dreijährige Nutzung ruft Mercedes 3.950 Dollar auf.
Parallel arbeitet Mercedes bereits an höheren Automatisierungsstufen. Level-3-Fahren ist in den USA und Deutschland bereits verfügbar – allerdings nur in der S-Klasse sowie der E-Variante EQS und nur in bestimmten Situationen, etwa auf der Autobahn. Level-4-Konzepte entstehen derzeit gemeinsam mit Nvidia. Jensen Huang sieht autonome Fahrzeuge als zentrale Anwendung physischer KI und kündigte auf der CES an, dass der neue CLA noch in diesem Jahr mit der passenden Nvidia-Technologie auf US-Straßen kommen soll.