Der heftige Einbruch der Produktion in Italien liefert eine Erklärung für die anhaltende Skepsis der Anleger. Stellantis hat im vergangenen Jahr dort fast ein Viertel weniger Fahrzeuge gebaut als noch 2024. Insgesamt liefen 379.706 Fahrzeuge, inklusive Transporter, vom Band. Der reine Pkw-Output lag bei 213.706 Einheiten. Zum Vergleich: Im Jahr 1955 produzierte Fiat in Italien 230.988 Autos.
Bis Ende September war die Lage noch deutlich schlechter. Die Pkw-Produktion lag zu diesem Zeitpunkt 36 Prozent unter Vorjahr. Nur das bessere vierte Quartal verhinderte einen noch stärkeren Absturz. Treiber war vor allem der Hochlauf des neuen Fiat 500 Hybrid in Turin sowie der Produktionsstart des neuen Jeep Compass im Süden des Landes. In Mailänder Werk Mirafiori führte das sogar noch zu einem Plus von 17 Prozent im Gesamtjahr.
In allen anderen italienischen Werken ging die Produktion dagegen zweistellig zurück. Besonders hart traf es Melfi. Dort brach die Produktion um nahezu die Hälfte ein. In Cassino stand die Fertigung 105 Tage still. Insgesamt hat sich der Output in Italien seit dem jüngsten Hoch von über 750.000 Fahrzeugen im Jahr 2023 etwa halbiert. Jahrelang wurden sogar mehr als eine Million Einheiten erreicht.
Die Ursachen sind vielschichtig. Unter dem früheren Konzernchef Carlos Tavares verlagerte Stellantis Teile der Fertigung in günstigere Länder wie Marokko. Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach dem vollelektrischen Fiat 500 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommt der wachsende Druck durch chinesische Anbieter wie BYD sowie die Einführung von Modellen des Partners Leapmotor über das eigene Vertriebsnetz.
Der neue Konzernchef Antonio Filosa versucht, politisch gegenzusteuern. Stellantis kündigte Aufträge von mehr als sieben Milliarden Euro bei italienischen Zulieferern an und investierte im Jahr 2025 rund zwei Milliarden Euro in die heimischen Werke. Ob das reicht, entscheidet sich auch mit dem neuen Strategieplan, den der Konzern im ersten Halbjahr vorlegen will.