Der beste Autobauer aus 2025 startet mit einem Dämpfer ins neue Jahr: Eine Milliardenabschreibung lässt die Aktie der Chevrolet-Mutter kurz nach US-Handelsstart um rund zwei Prozent einknicken. Grund dafür ist der teure Rückzug aus zu ambitionierten Elektroplänen, ausgelöst durch schwache eine Nachfrage und den Wegfall von Subventionen.
General Motors kommen die Elektroambitionen teuer zu stehen. Der Konzern aus Detroit kündigte an, im vierten Quartal Sonderbelastungen von insgesamt 7,1 Milliarden Dollar zu verbuchen. Rund 6 Milliarden Dollar entfallen auf Abschreibungen im Elektroauto- und Batteriegeschäft. Weitere 1,1 Milliarden Dollar hängen mit der laufenden Restrukturierung des China-Geschäfts zusammen. Die Belastungen schwächen zwar das ausgewiesene Ergebnis, nicht aber die bereinigten Kennzahlen.
Auslöser ist die deutlich schwächere Nachfrage nach Elektroautos in den USA. Nach dem Wegfall der staatlichen Kaufprämie von 7.500 Dollar und gelockerten Effizienzvorgaben setzen viele Käufer weiter auf Verbrenner. General Motors reagiert nun mit Produktionskürzungen, gestrichenen Modellen und neu verhandelten Lieferantenverträgen. Allein 4,2 Milliarden Dollar der aktuellen Abschreibung betreffen solche Vereinbarungen und werden in den kommenden Quartalen Liquidität kosten.
Bereits im Oktober hatte der Konzern eine erste Belastung von 1,6 Milliarden Dollar angekündigt, nachdem die Elektrostrategie überprüft worden war. Nun summieren sich die Abschreibungen aus dem Elektrogeschäft auf 7,6 Milliarden Dollar. Weitere Belastungen sind für dieses Jahr nicht ausgeschlossen, sollen aber deutlich geringer ausfallen.Mit dem Kurswechsel steht General Motors nicht allein. Der Detroiter Rivale Ford hatte im Dezember Abschreibungen von 19,5 Milliarden Dollar gemeldet, nachdem sich der Konzern bei seinen Elektroplänen verhoben hatte und Projekte zurückfuhr. Die Branche passt ihre Erwartungen nach und nach an die deutlich langsamere Marktentwicklung an.
Operativ läuft es für General Motors dennoch solide. Im Jahr 2025 verkaufte der Konzern in den USA mehr als 2,85 Millionen Fahrzeuge und blieb damit klarer Marktführer. Zum Vorjahr stand damit ein Wachstum von 5,5 Prozent. Auch die Elektroauslieferungen legten um 48 Prozent zu, blieben mit rund 170.000 Einheiten aber weit unter früheren Zielen. Genau diese Lücke machte die Abschreibungen notwendig.