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Nvidia: China-Deal nur gegen Vorkasse – Huang geht auf Nummer sicher

Nvidia: China-Deal nur gegen Vorkasse – Huang geht auf Nummer sicher

9.1.2026 18:21:00 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 2 min.
Beim Pokern um KI-Chips in China verschärft Nvidia die Spielregeln massiv. Wer den begehrten H200-Prozessor ergattern will, soll laut Berichten ab sofort den vollen Kaufpreis im Voraus auf den Tisch legen – ohne Chance auf Stornierung oder Rückerstattung. Damit wälzt Konzernchef Jensen Huang das immense politische Risiko zwischen Washington und Peking eiskalt auf seine Kunden ab.

Nvidia überlässt im hochvolatilen China-Geschäft offenbar nichts mehr dem Zufall. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, fordere der US-Konzern von seinen chinesischen Kunden nun eine vollständige Vorauszahlung für Bestellungen des H200-KI-Beschleunigers. Die Bedingungen seien ungewöhnlich strikt. Einmal platzierte Aufträge könnten demnach weder storniert noch in ihrer Konfiguration geändert werden; auch Rückerstattungen seien kategorisch ausgeschlossen. Nur in speziellen Ausnahmefällen dürften Klienten alternativ Sicherheiten wie Versicherungen oder Sachanlagen hinterlegen.

Diese Vorsichtsmaßnahme kommt nicht von ungefähr. Nvidia sei in der Vergangenheit bereits empfindlich getroffen worden. Erst im letzten Jahr mussten Lagerbestände in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar abgeschrieben werden, nachdem US-Exportbeschränkungen den Verkauf bestimmter Chips über Nacht stoppten. Zwar habe die Trump-Administration den Export des H200 mittlerweile grundsätzlich erlaubt – gegen eine 25-prozentige Gebühr an den US-Staat –, doch nun hänge die Entscheidung bei den chinesischen Regulierungsbehörden. Peking prüfe derzeit Berichten zufolge, wie viele im Inland produzierte Chips die Unternehmen zusätzlich zu jedem Nvidia-Kauf abnehmen müssten und habe Bestellungen vorübergehend pausiert.

Trotz dieser Hürden sei der Hunger der chinesischen Tech-Giganten ungebrochen. Laut Berichten lägen Bestellungen für mehr als zwei Millionen H200-Chips vor – bei einem Stückpreis von rund 27.000 Dollar. Dies übersteige den aktuellen Bestand von etwa 700.000 Einheiten bei Weitem. Da heimische Prozessoren, etwa von Huawei, bei der Rechenleistung für komplexe KI-Modelle noch immer hinterherhinken würden, bleibt der H200 für Konzerne wie ByteDance alternativlos.

Gleichzeitig stehe Nvidia vor gewaltigen logistischen Herausforderungen. Um die enorme Nachfrage bedienen zu können, hat das Unternehmen den Fertigungspartner TSMC bereits um eine Ausweitung der Produktion im zweiten Quartal 2026 gebeten. Dies gestalte sich jedoch schwierig, da Nvidia zeitgleich den Hochlauf der neuen Blackwell- und Rubin-Architekturen stemmen muss und dabei in direkter Konkurrenz zu Schwergewichten wie Alphabet um die begrenzten Kapazitäten bei TSMC steht.

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