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Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit zwei Monaten - Angebotssorgen wegen Iran

Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit zwei Monaten - Angebotssorgen wegen Iran

13.1.2026 12:33:52 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag unter anderem wegen der angespannten Lage im Iran deutlich gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte der richtungweisende Terminkontrakt TTF für europäisches Erdgas zur Auslieferung in einem Monat den dritten Tag in Folge zu und erreichte mit 32,40 Euro je Megawattstunde (MWh) den höchsten Preis seit Anfang November.

In den vergangenen drei Tage hat der Gaspreis etwa 14 Prozent zugelegt. Dies ist der stärkste Anstieg seit vergangenen März. Am Markt wurde unter anderem auf jüngste Drohungen der US-Regierung gegen Länder verwiesen, die mit dem Iran Geschäfte machen. Um Druck auf die Führung in Teheran auszuüben, haben die USA neue Strafzölle von 25 Prozent für iranische Handelspartner angedroht. Derzeit lässt die iranische Regierung Massenproteste im Land gewaltsam niederschlagen.

Der Iran ist ein wichtiger Gaslieferant für die Türkei. Sollten Lieferungen aus dem Iran ausfallen, könnte das Land mit europäischen Staaten um Gaslieferungen konkurrieren, was die Preise nach oben treiben würde. Außerdem wird am Markt auf eine stärkere Nachfrage in China hingewiesen, dem weltweit größten Abnehmer von Flüssiggas. Dies wird ebenfalls als Anzeichen gesehen, dass der Wettbewerb schärfer werden könnte.

Darüber hinaus haben vergleichsweise niedrige Temperaturen in den vergangenen Wochen den Gasverbrauch steigen lassen. Hinzu kommt, dass die europäischen Gasreserven derzeit vergleichsweise niedrig sind. Die europäischen Lagerbestände sind zu weniger als 54 Prozent gefüllt, verglichen mit einem Fünfjahresdurchschnitt von rund 70 Prozent.

"Der europäische Gasmarkt wurde durch einen perfekten Sturm aus starken Speicherentnahmen, der Erwartung einer vorübergehend höheren Nachfrage in Asien und der Unsicherheit über die Energielieferungen aus dem Iran und der gesamten Region bei anhaltenden Unruhen erschüttert, kommentierte Florence Schmit, Energiestrategin der Rabobank, die jüngste Preisentwicklung./jkr/stk