Die Aktie von Siemens Energy kann am Freitag an ihre starke Performance vom Vortag anknüpfen und führt mit einem Plus von rund drei Prozent den DAX an. Damit hat der Energietechnikkonzern auch einmal mehr ein neues Rekordhoch erreicht. Schwung liefert die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung.
Am Donnerstag wurde nach Börsenschluss noch eine Grundsatzeinigung mit der Europäischen Kommission bekannt gegeben. Der Durchbruch für neue Gaskraftwerke in Deutschland liefert entsprechend Rückenwind für den Hersteller von Gasturbinen und Netztechnik. Bereits in diesem Jahr soll der Startschuss für den Bau der Kraftwerke fallen, die dann im Zuge des geplanten schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten sollen.
Mehrere Energiekonzerne stehen schon in den Startlöchern. So hat etwa RWE an drei Standorten in Nordrhein-Westfalen Kraftwerke geplant. Insgesamt drei Gigawatt an neuer flexibler Kraftwerkskapazität in Deutschland könne man sich vorstellen, hatte RWE-Finanzchef Michael Müller im Herbst gesagt. Auch Uniper steht nach eigenen Angaben bereit, sich mit rund zwei Gigawatt wasserstofffähigen Kraftwerken einzubringen. Die Steag Iqony Group will sich ebenfalls an den Auktionen mit bis zu zwei Gigawatt beteiligen.
Das Umfeld für Siemens Energy bleibt somit freundlich. Im Wochenverlauf hatte bereits eine erfolgreiche Windkraftauktion in Großbritannien neue Fantasie für das Offshore-Geschäft gebracht. Hier profitiert Siemens Energy sowohl direkt über die Turbinen der Windtochter Gamesa als auch indirekt über den benötigten Ausbau der Netzinfrastruktur.
Enthält Material von dpa-AFX