PARIS (dpa-AFX) - Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schulen kann nach einer OECD-Studie zwar beim Lösen von Aufgaben helfen, einem Lernerfolg aber im Weg stehen und zu Trägheit und Desinteresse führen. Neue Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass vielseitig einsetzbare KI-Modelle wie etwa ChatGPT zwar die Leistung der Schülerinnen und Schüler beim Lösen von Aufgaben verbessern können, aber nicht unbedingt zu Lernfortschritten führen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mit. Es komme zu einer Diskrepanz zwischen der Aufgabenleistung und echtem Lernen.
Das Auslagern von Aufgaben an allgemeine Chatbots könne den Erwerb von Fähigkeiten langfristig behindern. Die mentale Anstrengung der Schüler, die Antworten in Verständnis umwandele, könne nachlassen, so die OECD. Untersuchungen zeigten, dass Schüler mit Zugang zu KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck zwar bessere Ergebnisse bei Aufgaben erzielen. Dieser Vorteil jedoch verschwinde und kehre sich manchmal sogar um, wenn der Zugriff auf das KI-Tool während Prüfungen entzogen wird.
Gute Ergebnisse mit pädagogischen KI-Tools
Im Gegensatz dazu zeigten zu pädagogischen Zwecken entwickelte KI-Anwendungen tendenziell nachhaltige Verbesserungen beim Lernen. Diese speziellen KI-Tools könnten gerade auch unerfahrenen Lehrern bei der Verbesserung der Unterrichtsqualität helfen und damit auch die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler steigern.
Die OECD riet dazu, KI-Anwendungen in der Schule selektiv und zielgerichtet einzusetzen, um das Lernen zu bereichern und nicht, um kognitive Anstrengungen zu ersetzen oder die menschlichen Beziehungen zu schwächen, die im Mittelpunkt der Bildung stehen. Lernen und Lehren sollten in erster Linie darauf abzielen, wertvolle menschliche Kenntnisse und Fähigkeiten wie unabhängiges Denken und grundlegende Fähigkeiten in allen Fächern zu entwickeln./evs/DP/mis