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Netflix sichert frische Milliarden – Warner-Übernahme vor Abschluss?

Netflix sichert frische Milliarden – Warner-Übernahme vor Abschluss?

20.1.2026 15:05:00 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 2 min.

Bevor Netflix am Dienstagabend seine Bücher öffnet und Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert, sorgt der Streamingrießse mit einer Anpassung seines Übernahmeangebots für Warner Bros. Discovery für Bewegung. Der Strategiewechsel setzt Mitbieter Paramount Skydance unter Zugzwang.

Kurz vor der Zahlenvorlage rückt Netflix mit einem klaren Signal in den Fokus des Marktes. Der Streamingkonzern hat sein Übernahmeangebot für die Studio- und Streamingaktivitäten von Warner Bros. Discovery grundlegend verändert. Statt einer Mischung aus Bargeld und Aktien bietet Netflix nun 27,75 Dollar je Aktie vollständig in bar. Das geht aus einer aktuellen Pflichtmitteilung hervor.

Gegenstand der Transaktion sind das Filmstudio Warner Bros. sowie die Streamingplattform HBO Max. Die beiden Unternehmen hatten sich bereits im Dezember auf eine Übernahme verständigt, damals noch auf Basis einer kombinierten Struktur mit einem Eigenkapitalwert von 72 Milliarden Dollar. Der nun vollzogene Schwenk hin zu einem reinen Barangebot gilt als Reaktion auf den zunehmenden Druck durch Paramount Skydance. Der Rivale versucht mit einem feindlichen Angebot über 30 Dollar je Aktie, die komplette Warner-Gruppe inklusive der Kabelsender CNN und TNT zu übernehmen.

Der Schritt von Netflix hat Folgen für den weiteren Ablauf. Laut Medienberichten könnte die neue Struktur den Weg für eine frühere Abstimmung der Warner-Aktionäre freimachen. Ursprünglich war das Votum erst für das Frühjahr oder den Frühsommer vorgesehen. Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery hat das geänderte Angebot einstimmig angenommen und den Aktionären erneut empfohlen, das feindliche Vorgehen von Paramount abzulehnen.Parallel dazu treibt Netflix die Finanzierung voran. Der Konzern hat sich zusätzliche Kreditzusagen über 8,2 Milliarden Dollar gesichert. Insgesamt stehen nun Überbrückungskredite von 42,2 Milliarden Dollar bereit. Hauptgeber sind Wells Fargo, BNP Paribas und HSBC. Netflix, lange Zeit wegen seiner hohen Verschuldung kritisch beäugt, verfügt inzwischen über Investment-Grade-Ratings. Beobachter warnen jedoch, dass die Bonität bei weiter steigender Verschuldung unter Druck geraten könnte.

Warner hat bereits eine vorläufige Proxy-Erklärung eingereicht. Bei Zustimmung der Aktionäre sollen die Kabelnetzwerke in eine neue börsennotierte Gesellschaft abgespalten werden. Währenddessen hat Paramount eine Klage auf Informationszugang eingereicht und eine Proxy-Schlacht angekündigt. Die Entscheidung über den künftigen Eigentümer der Warner-Assets rückt damit näher.

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