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AKTIE IM FOKUS: Deutsche Börse ziehen an - Allfunds-Übernahmeplan kommt gut an

AKTIE IM FOKUS: Deutsche Börse ziehen an - Allfunds-Übernahmeplan kommt gut an

22.1.2026 11:54:08 | Quelle: dpa | Lesedauer etwa 2 min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das offizielle Übernahmeangebot der Deutschen Börse für den Fondsvertriebsspezialisten Allfunds ist bei den Anlegern des Börsenbetreibers aus Eschborn am Donnerstag gut angekommen. Analysten und Marktexperten sprachen trotz der Übernahmesumme von 5,3 Milliarden Euro von einem begrüßenswerten Schritt.

Gegen Mittag gewann das Papier der Deutschen Börse 3,8 Prozent auf 217,20 Euro, womit sich auch die Charttechnik wieder aufhellte. Zwischen 216 und 217 Euro verlaufen wichtige kurz- und mittelfristige Trendlinien. Bei rund 220,50 Euro allerdings lauert mit der 90-Tage-Linie, die ebenfalls ein mittelfristiger Trendindikator ist, der nächste Widerstand.

"Die Deutsche Börse baut mit der geplanten und gleichzeitig größten Übernahme in der Unternehmensgeschichte ihre Serviceleistungen im Fondsgeschäft aus, was den Börsenbetreiber unabhängiger von seinem zyklischen Handelsgeschäft macht", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow.

Zudem erwarte die Deutsche Börse durch den Kauf von Allfunds jährliche Kostensynergien vor Steuern von zirka 60 Millionen Euro, hob Lipkow hervor und sieht den Schritt vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden internationalen Börsen- und Handelsgeschäfts als "insgesamt interessant und hilfreich in der weiteren Expansion" an.

Allfunds, dessen verwaltetes Vermögen sich Ende 2025 auf rund 1,7 Billionen Euro belief, bietet Managern und Verkäufern von Investmentfonds Systeme für den Handel und die Ausführung an. Hinzu kommen Instrumente für die Datenanalyse und Compliance-Dienstleistungen. Über Gespräche mit dem Unternehmen bezüglich einer Übernahme war erstmals Ende November berichtet worden. Nun hieß es, die Direktoren von Allfunds unterstützten die Übernahme einstimmig. Fast 49 Prozent des Allfunds-Aktienkapitals seien angedient worden. Die Schwelle liegt bei 75 Prozent.

Analyst Tom Mills von Jefferies nannte das Vorhaben "strategisch sinnvoll" und sieht eine "branchenspezifische Logik" dahinter. Obwohl potenzielle Umsatzsynergien nicht explizit quantifiziert worden seien, habe die Deutsche Börse angedeutet, dass die Transaktion "erhebliches Synergiepotenzial entlang der gesamten Fonds-Wertschöpfungskette aufweist, einschließlich Fondsvertrieb, Verwahrung, Abwicklung und anderer Mehrwertdienste wie Daten und regulatorische Berichterstattung". Mills ist deshalb davon überzeugt, dass einige dieser Bereiche Potenzial für Umsatzsynergien böten, "die die prognostizierte Wertsteigerung sogar übertreffen könnten".

Der Baranteil des Gebots, der von 4,30 auf 6,00 Euro je Aktie erhöht wurde, ohne am gesamten Angebotspreis von 8,80 Euro pro Aktie etwas zu ändern, werde zudem durch vorhandene liquide Mittel und eine Kreditlinie finanziert, hob Mills hervor. Er und JPMorgan-Analyst Enrico Bolzoni wiesen obendrein darauf hin, dass die Deutsche Börse keine negative Auswirkung auf ihr Rating erwartet und dass Allfunds im ersten Jahr nach der Übernahme positiv zum Gewinn beitragen dürfte./ck/bek/jha/