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Wall Street: Bullen am Ball – Dow, S&P kratzen am Rekordhoch

Wall Street: Bullen am Ball – Dow, S&P kratzen am Rekordhoch

22.1.2026 21:41:00 | Quelle: Der Aktionär | Lesedauer etwa 2 min.

Die US-Börsen haben am Donnerstag ihre Erholung fortgesetzt. Die entschärften geopolitischen Spannungen rund um Grönland und Europa sowie robuste Konjunkturdaten sorgten für Kauflaune. Zwischenzeitlich kratzten Dow Jones und S&P 500 an neuen Rekordhochs, gaben aber einen Teil ihrer zwischenzeitlich deutlichen Gewinne wieder ab.

Schlussendlich legte der Dow Jones legte um 0,63 Prozent auf 49.384 Punkte zu. Zwischenzeitlich stand er bei 49.607 Punkte und lag damit nur 26 Punkte seinem Rekordhoch. Der S&P 500 stieg um 0,55 Prozent auf 6.913 Zähler. Am stärksten präsentierte sich der Nasdaq 100, der um 0,91 Prozent auf 23.436 Punkte anzog. Rückenwind kam erneut von den großen Tech-Werten. Nvidia, Microsoft und Meta Platforms zählten zu den größten Gewinnern im Nasdaq-Umfeld.

Auslöser der jüngsten Erholung ist die Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump. Die angekündigten Strafzölle auf Importe aus mehreren europäischen Staaten wurden vorerst zurückgestellt. Zudem sprach Trump von einem Rahmenabkommen mit Blick auf die sicherheitspolitische Zusammenarbeit rund um Grönland. Das nahm den Märkten die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts. Zwar betonte Dänemarks Regierung am Donnerstag erneut die Unantastbarkeit der eigenen Souveränität, doch der Ton blieb konstruktiv.

Konjunkturseitig lieferten die USA zusätzliche Unterstützung. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal annualisiert um 4,4 Prozent und damit etwas stärker als bislang gemeldet. Auch der Arbeitsmarkt zeigte sich stabil. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen mit 200.000 niedriger aus als erwartet. Anleiherenditen blieben erhöht, belasteten die Aktienmärkte diesmal aber nicht.

Bei den Einzelwerten standen Quartalszahlen im Fokus. Procter & Gamble gewann rund drei Prozent. Zwar verfehlte der Konsumgüterkonzern im vergangenen Quartal die Umsatzerwartungen, das Management stellte für die kommenden Monate jedoch eine Belebung der Nachfrage in Aussicht. GE Aerospace rutschte dagegen um mehr als sieben Prozent ab. Trotz solider Zahlen enttäuschte der Ausblick nach der starken Kursrally des Vorjahres. Abbott Laboratories brachen um zehn Prozent ein. Der Ausblick auf das erste Quartal lag klar unter den Erwartungen.

Für Fantasie sorgte Alibaba. Berichte über den geplanten Börsengang der Chip-Sparte trieben die in New York gehandelten Papiere um rund fünf Prozent nach oben. Belastet zeigten sich hingegen die Aktien von Freeport-McMoRan. Höhere Investitionspläne und eine schwächere Kupferproduktion im vierten Quartal drückten den Kurs trotz hoher Nachfrage nach dem Industriemetall.

Unterm Strich ist die Stimmung an der Wall Street wieder optimistisch. Die Märkte würdigen Entspannungssignale aus der Politik und eine widerstandsfähige US-Wirtschaft. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit von politischen Schlagzeilen hoch. DER AKTIONÄR beobachtet die weitere Entwicklung genau.

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