US-Präsident Donald Trump zieht den Unmut vieler Europäer auf sich. Und dies könnte allmählich auch zum Problem für die großen sieben US-Technologieriesen Apple, Amazon, Meta, Tesla, Nvidia, Microsoft und Alphabet werden. Vor allem in Dänemark verleitet der Grönland-Konflikt einige zum Boykott von US-Produkten.
Mittlerweile helfen bereits spezielle Apps den Dänen, Produkte aus den USA auch im Supermarkt zu meiden. Eine dieser Apps ist "UdenUSA" ("Ohne die USA"). Sie schlägt Alternativen vor, mit denen Verbraucher stattdessen europäische Unternehmen unterstützen können. Die Idee scheint auf Anklang zu stoßen: Im dänischen App-Store lag "UdenUSA" am Donnerstag auf Platz 1 der Download-Hitliste der kostenlosen Apps. Auf Platz 3 fand sich eine weitere App, die dabei hilft, US-Produkte zu umgehen. Im Nachbarland Deutschland ist die unmittelbare Betroffenheit zwar geringer, dennoch beschäftigt das Thema viele Menschen. "Sicher werden einige überlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen können, um amerikanische Produkte zu meiden", sagt Katharina Gangl, Direktorin des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen.
Entscheidend sei, ob sich eine soziale Bewegung bilde, die bestimmte Konsumgüter oder Unternehmen gezielt ins Visier nimmt, die Trump unterstützen. Ein Verzicht auf Apple-Produkte oder Facebook sei naheliegend. Auch McDonald's und Amazon könnten laut Gangl betroffen sein. Sie hält dies jedoch erst dann für realistisch, wenn sich die Lage weiter zuspitzt. Dann könnte ein Aufruf wie "Kauft nicht bei Amazon, sondern bei Otto" möglicherweise erfolgreich sein.
Ralf Deckers vom Handelsforschungsinstitut IFH Köln sagt: "In der Bevölkerung sind Empörung und teils auch Abscheu deutlich spürbar." Ein gewisser Anti-Amerikanismus sei in Deutschland traditionell verbreitet. Eine IFH-Umfrage zeigt: Für 61 Prozent kommen bestimmte amerikanische Produkte wie Tesla nicht mehr infrage, 36 Prozent lehnen sie komplett ab (dies ist auch leicht an den Verkaufszahlen des Unternehmens in Europa abzulesen). Die repräsentative Befragung mit knapp 500 Teilnehmer wurde im März 2025 gemacht, damals brach der Zollstreit aus. Aktuellere Daten liegen nicht vor.
Ob die US-Unternehmen in Deutschland den Ärger bereits spüren, ist indes noch unklar. So hatten sich der Onlinehändler Amazon, die Fastfoodkette McDonald's, der Lebensmittelhersteller Mars sowie CCEP, der Abfüller von Coca-Cola, auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur bislang noch nicht geäußert.
Dänemark an der Spitze der Anti-USA-Bewegung
Gewissermaßen in der Vorreiterrolle dieser Bewegung steht Dänemark. Dort hatte es bereits 2025 Initiativen gegeben, mit denen die Menschen ein Zeichen gegen Trumps Handelspolitik setzen wollten - so hatten etwa dänische Supermärkte Waren europäischer Produzenten mit einem Stern auf dem Preisschild gekennzeichnet. Auch die Idee für "UdenUSA" kam den jungen Entwicklern im vergangenen Jahr, als Trump erstmals ernsthaft damit drohte, Grönland zu übernehmen. "Wir haben gemerkt, dass es vielen Menschen wichtig ist, auf Lebensmittel aus den USA zu verzichten", sagt App-Entwickler Pipper der Deutschen Presse-Agentur. "Aber es ist nicht immer so leicht, die im Supermarkt auch zu erkennen." Deshalb habe man den Dänen ein Werkzeug an die Hand geben wollen. Vor wenigen Tagen ist die App an den Start gegangen. Aus einer Welle des Protests entstand in Dänemark 2025 die Facebook-Gruppe "Boykottiert Waren aus den USA", in der sich Dänen dazu austauschen, wie sie amerikanische Produkte am besten meiden können. Inzwischen hat die Gruppe mehr als 110.000 Mitglieder.
Enthält Material von dpa-AFX