Die Airbus-Aktie ist am Montag unter Druck geraten und war mit einem Minus von 1,5 Prozent schwächster Wert im DAX. Damit fiel das Papier nach dem starken Jahresauftakt wieder zurück an die 50-Tage-Linie, welche aktuell bei rund 203 Euro verläuft.
Auslöser der Bewegung ist kein operatives Problem, sondern ein interner Brief aus der Konzernzentrale. Reuters zitiert aus einem Schreiben von Konzernchef Guillaume Faury an die Belegschaft. Darin heißt es, der Beginn des Jahres 2026 sei geprägt von einer beispiellosen Anzahl an Krisen sowie beunruhigenden geopolitischen Entwicklungen. Zudem hätten Handelskonflikte im vergangenen Jahr erhebliche logistische und finanzielle Schäden verursacht.
Konkret verweist Faury auf Belastungen durch den Protektionismus der USA und die Spannungen zwischen Washington und Peking. Airbus ist auf komplexe, grenzüberschreitende Lieferketten angewiesen. Auch Flugzeuge, die in China endmontiert werden, benötigen US-Komponenten. Vor diesem Hintergrund mahnt der Konzernchef zu Geschlossenheit und Eigenständigkeit.Im Schreiben warnt Faury zwar vor Risiken, nennt aber auch positive Punkte. Faury gratuliert den weltweit rund 160.000 Mitarbeitern ausdrücklich zu guten Ergebnissen im Jahr 2025. Zahlen legt Airbus am 19. Februar vor. Die Sparte Defence and Space stehe nach einer tiefgreifenden Restrukturierung wieder deutlich stabiler da.
Auch das Hubschraubergeschäft entwickle sich konstant. Im zivilen Flugzeugbau verweist der Vorstand auf Fortschritte beim Kostensenkungsprogramm, mahnt nach dem größten Rückruf der Konzerngeschichte im November aber mehr Strenge bei Systemen und Produkten an.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält Airbus durch einen Bericht des Handelsblatts. Demnach treten Rheinmetall und der Bremer Satellitenhersteller OHB gemeinsam gegen Airbus um das bislang größte Satellitenprojekt der Bundeswehr an. Der Auftragswert könnte bis zu zehn Milliarden Euro erreichen. Airbus wird in dem Bericht als Teil des Bieterkreises genannt. Sollte der Zuschlag an Wettbewerber gehen, wäre das für den Gesamtkonzern verkraftbar, für die Sparte Defence and Space jedoch ein spürbarer Rückschlag mit Blick auf Auslastung und strategische Positionierung.
Enthält Material von dpa-AFX