Das sieht gut aus: Der Zero Plastic Index ist angetrieben von der starken Kursentwicklung der Schwergewichte Derichebourg, Mayr-Melnhof oder auch Befesa auf ein neues Jahreshoch geklettert. Mittlerweile steht er kurz vor dem Sprung auf den höchsten Stand seit dem Jahre 2023. Kein Wunder, schließlich werden Alternativen zu Plastik immer wichtiger.
Denn einer Studie zufolge könnten sich die Gesundheitsschäden durch freigesetzte Stoffe aus dem Plastik-Lebenszyklus bis 2040 verdoppeln, berichtet das Team um Megan Deeney von der London School of Hygiene & Tropical Medicine im Fachjournal "The Lancet Planetary Health".
Rohstoffgewinnung, Produktion, Transport, Entsorgung - über den gesamten Lebenszyklus von Plastik werden Schadstoffe wie Treibhausgase, Feinstaub und krebserregende Chemikalien freigesetzt. Die Produktion sei dabei der relevanteste Faktor. Selbst im optimistischsten Szenario werde die Menschheit mehr gesunde Lebensjahre verlieren als derzeit, heißt es in der Studie.
Wird der Lebenszyklus des Plastiks nicht verbessert, könnten der Analyse zufolge im Jahr 2040 geschätzt rund 4,5 Millionen gesunde Lebensjahre weltweit verloren gehen. Das entspräche rechnerisch etwa fünf Stunden verlorener voller Gesundheit für jeden Menschen auf der Erde, sagte Walter Leal von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), der selbst nicht an der Berechnung beteiligt war.
Mit anderen globalen Gesundheitsbelastungen verglichen sei die durch Plastik verursachte Krankheitslast damit zwar erheblich - aber weit geringer als die durch die allgemeine Luftverschmutzung mit jährlich geschätzt über 100 Millionen oder Malaria mit über 40 Millionen weniger gesunden Lebensjahren weltweit. "Sie ist jedoch vergleichbar mit der von Hepatitis B und unterstreicht die Notwendigkeit, diesem Thema Aufmerksamkeit zu schenken."
"Risikofaktoren, die laut der "Global Burden of Disease"-Studie für das Jahr 2016 eine von der Größenordnung her vergleichbare Krankheitslast aufweisen, wären Radon mit etwa 1,9 Millionen DALYs oder die berufsbedingte Belastung mit Asbest in Höhe von etwa 4,2 Millionen DALYs", erklärte Dietrich Plaß vom Umweltbundesamt, selbst nicht an der aktuellen Berechnung beteiligt.
Die wichtigsten gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind diesen Daten zufolge globale Erwärmung und Feinstaub, die jeweils etwa ein Drittel der verlorenen gesunden Tage ausmachen. "Der Plastik-Lebenszyklus trägt mit etwa 4,5 Prozent zu den menschengemachten Treibhausgasemissionen bei und ist eine Hauptquelle für luftverschmutzende Partikel", erklärte Leal. Damit sei sein Klimabeitrag größer als der des globalen Flugverkehrs, der bei etwa zwei Prozent liege.
Enthält Material von dpa-AFX