Konjunktursensible Titel sind zum US-Start gefragt. Futures auf den Russell 2000 steigen rund 0,4 Prozent. S&P-500-Futures liegen um 0,1 Prozent vorn. Nasdaq-100-Futures verlieren rund 0,4 Prozent. Die KI-Story ist gestern gekippt: Von „kauf alles“ geht es zu „nicht jeder kann gewinnen“. Das drückt auf Softwarewerte und alles, was nach „durch Automatisierung bedroht“ aussieht. Am Dienstag war Tech der schwächste S&P-500-Sektor und verlor mehr als zwei Prozent. Andererseits sieht es bislang lediglich nach Konsolidierung auf hohem Niveau bei den großen US-Indizes aus.
Der Markt hat nach dem Tech-Rutsch noch keine klare Linie gefunden. Insofern wird die weitere Entwicklung heute spannend. Stephanie Niven, Portfoliomanagerin bei Ninety One, sieht einen Bruch im Vertrauen: „Ich glaube nicht, dass der Markt schon entschieden hat, ob diese Bewegung eher Angst oder Fundamentaldaten war. Klar ist nur: Es gab einen Vertrauensbruch – branchenweit.“Auch Karen Kharmandarian, Senior Equity Investment Manager bei Mirova in Paris, sieht derzeit keine saubere Trennlinie zwischen Gewinnern und Verlierern. Ihrer Einschätzung nach wird quer durch die Branche abgeladen: „Es gibt eindeutig wahllosen Abverkauf über den gesamten Software-Cluster.“ Und: „Es gibt keinen Boden, die Abwärtsdynamik ist zu stark. Es wirkt ein bisschen wie Kapitulation.“ Das könne später selektiv Chancen eröffnen – aber erst, wenn sich die Lage stabilisiert.Auch die Makroseite liefert keinen Rückenwind. Laut ADP stieg die private Beschäftigung im Januar nur um 22.000 Stellen. Erwartet waren 45.000. Trotzdem bleiben US-Staatsanleihen erstaunlich ruhig.Bei den Unternehmens-News stechen klare Gewinner heraus. Super Micro Computer springt vorbörslich zweistellig nach oben, gestützt von starken Quartalszahlen und einem angehobenen Umsatzausblick.
Für zusätzliche Schlagzeilen sorgt ein Deal in der Chipbranche: Texas Instruments will Silicon Laboratories für 7,5 Milliarden Dollar übernehmen. Silicon Laboratories schießt vorbörslich um rund 52 Prozent nach oben.
Nach Börsenschluss legt Alphabet Zahlen vor. DER AKTIONÄR bleibt dran.