Amazon setzt bei seinen Investitionen neue Maßstäbe und lässt selbst die sonst so ausgabefreudigen Tech-Konkurrenten hinter sich. Für das laufende Jahr plant der Konzern Ausgaben von rund 200 Milliarden US-Dollar. Das Kapital soll unter anderem in Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Robotik und Satellitenprojekte fließen.
Konzernchef Andy Jassy erklärte, dass der Schwerpunkt der Investitionen auf dem Ausbau der KI-Infrastruktur liege. Amazon gehe davon aus, dass sich diese Ausgaben langfristig auszahlen werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Cloud-Geschäft, in dem der Konzern Rechenleistung und Speicher anbietet und stark vom KI-Boom profitiert. Im vergangenen Quartal wuchs der Umsatz der Cloud-Sparte AWS im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar und lag damit deutlich über den durchschnittlichen Analystenschätzungen.
Amazon ist mit dieser Strategie nicht allein. Auch andere große Technologiekonzerne treiben ihre Investitionen in KI massiv voran. So stellte die Google-Mutter Alphabet erst einen Tag zuvor Kapitalausgaben von 175 bis 185 Milliarden Dollar für das laufende Jahr in Aussicht. Meta, der Mutterkonzern von Facebook, rechnet mit Investitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar. Trotz des enormen Kapitaleinsatzes bleibt allerdings offen, ob sich die gewaltigen Summen, die in KI-Technologie und in die dafür notwendige Infrastruktur fließen, am Ende vollständig amortisieren werden. Finanziert wird Amazons Investitionsoffensive sowohl aus den Erlösen der Cloud-Sparte als auch aus dem weiterhin stark laufenden Handelsgeschäft.
Die massiven Investitionen von Amazon könnten dem Index Künstliche Intelligenz mittel- bis langfristig wieder etwas Schwung verleihen. Ihm gehören aktuell insgesamt elf Unternehmen an. Neben Nvidia befinden sich darin weitere Tech-Giganten wie Alphabet, Microsoft sowie KI-Spezialisten wie etwa SentinelOne, Five9 oder Appian Corporation. Weitere Informationen zum Index finden Sie hier.