Trotz des Rebounds bleibt die Lage äußerst wackelig. Auf Sicht der vergangenen vier Wochen liegt Silber weiterhin mehr als 10 Prozent im Minus. Seit dem Allzeithoch Ende Januar hat der Preis zeitweise mehr als ein Drittel verloren.
Es ist die höchste Volatilität seit Jahrzehnten bei Silber. Damit passt auch der aktuelle Anstieg zur Beobachtung von gestern („Silber: Ein Teufelskreis“): Hohe Preise, spekulative Positionierung und geringe Liquidität verstärken sich gegenseitig. Wenn Bewegung einsetzt, wird sie schnell zu viel – egal in welche Richtung.Market Maker reduzieren Risiko, Spreads bleiben weit, Gegenparteien agieren vorsichtig. Das sorgt dafür, dass selbst moderate Kauf- oder Verkaufswellen überproportionale Effekte haben. Die CME in Chicago hebt parallel die Margin-Anforderungen für Gold und Silber an. Das verteuert Positionen und zwingt zu Anpassungen – ein weiterer Faktor, der kurzfristig für Unruhe sorgt.
Gold zeigt sich robuster, Silber bleibt der Zappelphilipp. Der Markt ist kleiner, spekulativer und deutlich anfälliger für Stimmungswechsel. Deshalb fällt jede Gegenbewegung so heftig aus.