MAINZ (dpa-AFX) - Für jeden Zugbegleiter eine Bodycam mit Ton, Doppelbesetzung in den Zügen zum Schutz vor Angriffen und ein im Landnahverkehrsplan verankertes Sicherheitskonzept - das sind wesentliche Forderungen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in der vergangenen Woche. "Die Forderungen sind nichts Neues, es geht darum, es anzugehen", sagte EVG-Geschäftsstellenleiter Lars Kreer in Mainz. Das Thema dürfe jetzt nicht versanden.
Bereits Anfang 2024 hätten bei einer Sicherheitsbefragung des Personals 98 Prozent angegeben: "Eine Doppelbesetzung würde uns helfen", berichtete Kreer. Bis zur Erreichung dieses Ziel sei es aus EVG-Sicht eine kurzfristige Lösung, in einigen Züge eine Doppelbesetzung zu haben und in anderen ganz auf einen Zugbegleiter zu verzichten.
Bei den Bodycams kommt es auch auf den Ton an
SOS-Knöpfe, Selbstverteidigung und selbst Pfefferspray oder Elektroschockpistolen (Taser) kämen im Notfall zu spät, gab der für die Region Westpfalz/Saarland zuständige Gewerkschafter Christian Böttcher zu Bedenken. "Die einzige Präventionsmaßnahme ist die Bodycam." Sie wirke auf viele Angreifer deeskalierend, es müsse aber
- anders als bei den bisherigen Geräten - möglich sein, den Ton
aufzuzeichnen.
Fahrkarten sollten wieder in den Zügen verkauft werden, forderten mehrere Gewerkschaftsvertreter. Das wirke bei einer Fahrkartenkontrolle von vornherein deeskalierend.
Mutmaßlicher Täter sitzt nach Attacke in U-Haft
Ein 36 Jahre alter Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz von einem Mann ohne gültiges Ticket mit Schlägen attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter, ein 26 Jahre alter griechischer Fahrgast, sitzt in Untersuchungshaft./irs/DP/jha