FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngste Kursrally von Jenoptik hat am Freitag nur einen kleinen Dämpfer erhalten. Nachdem die Anleger des Technologiekonzerns zunächst verschreckt auf überwiegend schwache Geschäftszahlen reagiert hatten, konzentrierten sich einige Anleger schnell auf den positiven Ausblick und griffen auf niedrigerem Kursniveau wieder zu.
Zuletzt fielen die Papiere von Jenoptik noch um 1,7 Prozent auf 26,56 Euro, womit sie zu den schwächsten Papieren im wenig veränderten Nebenwerteindex SDax gehörten. Zu Handelsbeginn waren die Anteilsscheine noch um fast 11 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Januar abgesackt.
Jenoptik will nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im vergangenen Jahr 2026 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Der Umsatz soll steigen und die Marge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sich wieder verbessern. Für die wichtige Halbleiteranlagenindustrie erwartet der Technologiekonzern dabei eine grundsätzlich positive Entwicklung - unter anderem wegen der angekündigten massiven Investitionen in Rechenzentren.
Der Experte Henrik Paganetty vom Analysehaus Jefferies sprach von einem positiven Ausblick. Zudem hob der Fachmann hervor, dass sich die Nachfrage im Bereich Halbleiter-Equipment im zweiten Halbjahr 2025 stabilisiert habe. Im vierten Quartal aber hätten die Jenaer insgesamt schwach abgeschnitten.
Analysten konstatierten mit Blick auf das letzte Jahresviertel insbesondere einen enttäuschenden Auftragseingang. Das wiege schwer, da die Aktien von Jenoptik zuletzt deutlich von dem sehr starken, KI-getragenen Auftragseingang des Chipausrüsters ASML profitiert hätten.
Erst am Donnerstag hatten die Anteilsscheine von Jenoptik mit 27,90 Euro einen Höchststand seit Oktober 2024 erreicht. Seit Jahresbeginn gerechnet steht immer noch ein Gewinn von fast 36 Prozent zu Buche. Damit zählen sie in dieser Betrachtung zu den führenden Werten im SDax.
Aus charttechnischer Sicht erscheint die jüngste Kursrally der Jenoptik-Papiere gut unterstützt. So waren die Aktien nur kurz unter die 21-Tage-Durchschnittslinie gerutscht, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Auch die mittel- und insbesondere die langfristigen Aussichten sind noch gut./la/agt/stk